Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
467
Einzelbild herunterladen
 

-467

Dreiunddreißigstes Kapitel.

Wie Tapfere sie fochten lang und gut,

Sie thürmtcn Leich' auf Leich' von MosleminSie siegten, doch Bozzaris siel. Sei» BlutAus jeder Ader rann,

Die kleine Schaar der Kameraden sahIhn lächeln, als ihr stolzes SicgShurrahDurch'ö rothe Blutfeld drang;

Dann sah'n sie, wie zum Tod sein Auge zuSich schloß, so milde, wie zur NachteSruh,

Der Blume gleich, bei Sonnenuntergang,

Halleck.

Die aufgehende Sonne fand die Lenapen als ein Volk vonTrällernden. Die Tone der Schlacht waren verklungen. Ihralter Haß war reichlich gesättigt und den letzten Strauß mit denMengwe's hatten sie durch die Vernichtung einer ganzen Stainm-gemeinde gerächt. Trüb und düster lag die Atmosphäre über derGegend, wo das Lager der Hnronen gewesen war, und verkündetenur zu gut das Schicksal dieses wandernden Stammes, währendHunderte von Raben, über den bleichen Gipfeln der Berge durch-einander fliegend oder in krächzende» Schwärmen über den end-lose» Waldränmen schwebend gräßliche Wegweiser zu dem Schau-platz des Kampfes abgaben. Kurz, jedes Auge, mit der Krieg-führung an den Gränzen nur in Etwas vertrant, hätte diese un-trüglichen Spuren der Greuel einer Jndianerrache leicht erkennenmüssen. Und doch fand die ausgehende Sonne das Volk der Le-napen in Trauer. Kein Jnbellant, kein Trinmphgesang, den Siegzu feiern, ward gehört. Der letzte Nachzügler war von seinemgräßlichen Geschäfte heimgekehrt, nur um die schrecklichen Abzeichenseines blutigen Berufes zu entfernen und in die Klagen seinerLandsleute, die sich ein geschlagenes Volk nennen durften, einzu-stimmen. Stolz und Frohlocken waren der Demüthignng, und

30 »