gefunden, hatte eine Weile unentschlossen da gestanden und dannmit teuflischer Bosheit versucht, das unterbrochene Werk der Rachezu vollenden. Ein Siegesgeschrci erhebend sprang er ans die wehr-lose Cora zu und schleuderte, als furchtbaren Vorboten seiner An-näherung, seinen scharfen Tomahawk nach ihr. Dieser streifte ihrdie Schulter, durchschnitt die Weiden, welche sie an den Baum ge-fesselt hielten, und ließ ihr Freiheit, zu entfliehen. Cora entschlüpftedem Griffe des Wilden, warf sich, um die eigene Sicherheit un-besorgt, an Alicens Busen, und versuchte mit krampfhaften, zit-ternden Händen die Weiden zu lösen, die jene noch festhielten. Nurein Ungeheuer konnte bei diesem Zuge cdelmiithiger, aufopfernderLiebe ungerührt bleiben; aber die Brust des Hnronen kannte keinMitgefühl. Er ergriff Cora an den üppigen Locken, welche ihr inschöner Verwirrung über Nacken und Schultern fielen, und riß siemit dem rohesten Ungestüm auf die Kniee nieder. Hierauf wander sich die reiche Fülle der Haare um die Hand und, sie hoch mitausgestrecktem Arme emporhaltcnd, schwang er ein Messer um dasschöngeformte Haupt seines Schlachtopfers, indem er ein höhnischesund frohlockendes Gelächter erhob. Allein er mußte diesen Augen-blick grausamer Lust theuer bezahlen. In demselben Moment er-schaute Uncas diese entsetzliche Scene. Emporspringcnd schoß erdurch die Lüfte und stürzte gleich einer Kugel auf die Brust seinesFeindes herab, indem er ihn jählings viele Schritte weg zu Bo-den schleuderte. Die Heftigkeit der Anstrengung warf den jungenMohikaner sammt dem Feinde zur Erde. Beide sprangen zu-gleich wieder auf, fochten, bluteten wechselseitig. Aber der Kampfwar bald entschieden: der Tomahawk Heywards und die BüchseHawk-eye's fielen in demselben Augenblick auf den Schädel desHnronen, als Uncas' Messer sein Herz erreichte.
Der Kampf war jetzt entschieden bis auf das immernoch währendeHandgemenge von „le Renard Subtil" und „le gros Serpent."Die wilden Krieger bewiesen, daß sie diese bezeichnenden Namen,
Der letzte Mohikan. 10