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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Dnnwoodie ging zu der Stelle, und erkannte mit Verwunde-rung den alten Fremden.

Es ist der alte Mann, der meine Mutter kannte," rief derJüngling;um ihretwillen soll er ein ehrenvolles Begräbnißhaben: hebt ihn ans, und nehmt ihn mit, seine Gebeine sollen aufvaterländischem Boden ruhen."

Die Soldaten traten, dem Befehle gehorsam, herzu. Er lag ansdem Nucken, und der Schein der Fackel beleuchtete sein Gesicht. SeineAugen waren geschlossen, als ob er schliefe, und die welken Lippenwaren leicht verzogen, was jedoch mehr die Folge eines Lächelns, alsdes Todeskampfes zu sein schien. Eine Soldatcnmnskete lag nebenihm; seineHände waren ans die Brust gedruckt, und eincdavon bargeinen Gegenstand, der wie Silber glänzte. Dnnwoodie bückte sich,brachte die Arme auf die Seite, und bemerkte die Stelle, wo dieKugel ihren Weg zum Herzen gefunden hatte. Der Gegenstandseiner letzten Sorge war eine zinnerne Büchse gewesen, durch diedas verhängnißvolleBlei gegangen war; deralteMann mußte seineletzten Augenblicke dazu benutzt haben, um sie ans dem Busen zuziehen. Dnnwoodie öffnete sie, und fand zu seinem Erstaunen einBlättchen Papier darin, welches folgende Zeilen enthielt:

Umstände von großer politischer Wichtigkeit, bei denendas Leben und das Vermögen Vieler ans dem Spiele stand,haben bisher geheim gehalten, was dieses Papier jetzt ent-hüllt. -Harvey Birch war Jahre lang ein treuer »nd nnbe-lohnter Diener seines Vaterlandes; möge Gott ihm vergelten,was er that, da Menschen es nicht thnn können!

Geo. Washington."

Es war der Spion des neutralen Grundes: er starb, wieer gelebt hatte, ein Opfer für das Vaterland und ein Märtyrerfür dessen Freiheit.

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Druck der C. Hosfmanu'schen Officin in Stuttgart.