»Ja," sagte Katy, indem sie ihm mit den Angen folgte; „erkennt Enre Schwäche, Harvey; er denkt mit mir, daß Euch nun,da der alte Herr todt ist, eine sorgsame Hand fehlen wird, dieans Enre Sachen Acht gibt."
Der Hansircr traf immer noch Vorkehrungen zu seiner Abreise,und achtete nicht ans die Anspielungen der Jungfrau, durch diesie wieder ans ihren Angriff zurückkam. Sie hatte so viele Jahrein der Erwartung gelebt, Hoffnungen erfüllt zu sehen, die nuneinen ganz andern Gang zu nehmen schienen, daß der Gedankean eine Trennung sie mehr zu beunruhigen anfing, als sie selbst,einem zu Grunde gerichteten, frenndlosen Manne gegenüber, fürmöglictz gehalten hätte.
„Habt Ihr noch ein anderes Hans, wo Ihr hinziehen könnt?"fragte Katy.
„Die Vorsehung wird auch mir für eine Heimath sorgen."
„Ja," sagte die Haushälterin, „aber vielleicht wird sic nichtnach Eurem Geschmacke sein."
„Der Arme muß mit Allem zufrieden sein."
„Gewiß; — ich bin auch leicht zufrieden," rief Katy schnell,„aber ich habe Alles gern anständig und in der Ordnung; eswürde übrigens nicht schwer werden, mich zu bereden, diese Gegendzu verlassen, denn ich kann nicht gerade sagen, daß mir die Weiseder Leute hier herum besonders gefällt."
„Das Thal ist lieblich," sagte der Krämer mit Wärme, „unddie Leute sind, wie anderswo auch. Doch, alles Das hat keinenWerth für mich. Jetzt ist mir ein Ort wie der andere, und jedesGesicht ist mir ein fremdes."
Als er dieses sprach, ließ er das, was er eben einpackcn wollte,ans der Hand fallen, und setzte sich mit dem Blick des trostlo-sesten Elends auf eine Truhe.
„Nicht doch, nicht doch," sagte Katy, indem sie ihren Stuhlder Stelle, wo der Krämer saß, näher rückte; „nicht doch, Harvey!
Der Spien. 15