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schmerzlicher berührte, war der Umstand, das; die Aelolier sich denSieg zuschrieben und auch durch ihre Erzählungen in Griechenlanddieses günstige Vornrtheil zu erwecken wußten, so das; sie auch vonDichtern und Prosaisten, welche den Ruhm dieses Kampfes feiernwollten, immer in erster Linie genannt wurden. Die meiste Verbrei-tung fand hiebei folgendes Epigramm:
„Wanderer, ohne Begräbniß und Klag' auf diesem thessal'schenHügel — so liegen wir hier, drei Myriaden zumal,
Niedergestreckt vom Schwert der Aetolier und der Latiner,
Die aus Italiens Au'n TituS, des weiten, geführt,
Zu Makedoniens schwerem Nuin! Und der trotzige HochmuthPhilipps eilte verjagt, schneller als Hirsche, davon."
Dieses kleine Gedicht stammt von Alkäos "), welcher darin denPhilippus zu verhöhnen sucht und die Zahl der Umgekommenen fälsch-lich vergrößert. Es fand eine außerordentliche Verbreitung, schmerztejedoch den Titus mehr, als den Philippus. Letzterer gab dem Maosden Spott zurück, indem er obigem Distichon noch folgende Verse andie Seite setzte:
„Ledig der Nind' und Blätter, o Wanderer, über dem HügelSteht, für Alkäos gemacht, hier ein erhabenes Kreuz."
Titus dagegen, dem an der Ehre bei den Griechen so viel ge-legen war, fühlte sich durch derlei Dinge sehr unangenehm berührt.Deßwegen führte er auch Alles, was noch zu thun übrig war, fürsich allein aus, ohne im Mindesten aus die Aetolier Rücksicht zunehmen. Dieß kränkte wieder die Aelolier, und als er vollendsvon dem makedonischen Könige Anträge und eine Gesandtschaft zumAbschluß eines Friedensvertrags annahm *) **), so liefen sie in den an-dern Städten herum und verführten das bekannte Geschrei: „manverkaufe den Frieden an Philippus, während es möglich wäre, denKrieg vollständig, mit der Wurzel auszurotteu und eine Macht völlig
*) Alkäos, hier ein sonst unbekannter Dichter ans Messenien.
**) Zunächst wurde dem König ein 1 4tägiger Waffenstillstand bewilligt; dannfand eine Unterredung im Tempepasse statt, worauf ein 4monatlicher Waffenstill-stand zum Abschluß des Friedens folgte.