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10 (1880) Philopoemen und Titus Quinctius Flamininus
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den Gesetzen*) in die höchste Stellung eindränge, ein Mann, dernoch nicht einmal in die ersten Sanktionirungen und Mysterien desStaates cingeweiht sei". Aber der Senat überließ dem Volke die Ab-stimmung, und das Volk ernannte ihn znm Konsul neben SextusAelius, obwohl er noch nicht dreißig Jahre alt war.

Das Loos theilte ihm nun den Krieg gegen Philippus und dieMakedonier zu. So bekam er denn, gewiß zum Glücke sür Nom! mitAngelegenheiten und Menschen zu thun, welche einen Mann an derSpitze verlangten, der nicht überall mit Waffengewalt durchzugreifensuchte. Jene Menschen waren vielmehr durch ein vernünftiges Wortund freundlichen Verkehr weit eher zu gewinnen.

Philippus besaß zwar tüchtiges Kampsmaterial, das sür eineSchlacht ansreichte, in seinem makedonischen Reiche; aber die Kraft süreinen langwierigen Krieg, die hinreichende Unterstützung, ein Nückzugs-punkt, überhaupt das Organ für seine Phalanx lag in der Macht derGriechen. Wenn es also nicht gelang, diese von Philippus zu trennen,so war es unmöglich, durch eine einzige Schlacht den Krieg gegen ihnzu beendigen. Griechenland aber war bisher nur erst in wenige Be-rührungen mit Rom gekommen; es wurde jetzt zum ersten Mal in dieWelthändel verflochten. Wenn somit die leitende Persönlichkeit nichtvon Natur gefällig war und nicht mehr durch das Wort, als durchdas Schwert zu wirken suchte, wenn dieselbe im gegenseitigen Ver-kehr keine Ueberredungsgabe, keine sausten Manieren entwickelte undnicht mit der höchsten Anstrengung über das Recht wachte, so fügte sichGriechenland gewiß nicht so leicht unter eine ausländische Herrschaft,die an die Stelle seiner gewohnten Verwaltung trat.

Der Beweis hievon liegt in der Geschichte von Flamininus'Thaten.

»1 Das Gesetz, daß Niemand vor dem 43. Lebensjahre Consul werden sollte,wurde erst 18 Jahre später durch den Volkstribunen L. Villius gegeben.