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Bei dem gegenseitigen Anrücken widerfuhr ihm jedoch, wie vonSullanischer Seite berichtet wird, zur Strafe seines Benehmens einegroße Unannehmlichkeit. Die Staubwolken erhoben sich begreiflicher-weise in ungeheuren Massen, so daß die Armeen völlig unsichtbar wur-den. Als nun Marius gleich Anfangs rasch zur Verfolgung anrückte,so verfehlte er mit all' seinen Truppen, die er an sich herangezogenhatte, den Feind gänzlich. Er kam an ihrer Linie vorüber und irrtelange Zeit aus der weiten Ebene umher.
Dagegen stießen die Barbaren ganz zufällig auf Catulus. DerHauptkamps entspann sich also bei ihm und vorzugsweise bei seinenSoldaten, unter welchen Sulla selbst auch gestanden zu sein be-hauptet.
Indessen kämpfte — nach seiner Erzählung — für die römischeSeite auch die Hitze und die Sonne, welche den Kimbern in's Gesichtschien. Letztere waren sehr hart in Ertragung von heftiger Kälte:sie waren überhaupt in einem sonnenlosen und frostigen Klima aus-gewachsen (wie schon oben erzählt wurde); dagegen die große Hitzewarf sie jetzt völlig darnieder. Sie schwitzten am ganzen Leibe, konn-ten's fast nicht verschnaufen und mußten sich die Schilde vor's Ge-sicht halten, weil eben die Schlacht sich nach der Sonnenwende desSommers ereignete (die für die Römer aus den dritten Tag vor Neu-mond des jekigen Monats Augustus und damaligen Sextilis*)fällt).
Uebrigens trug zur Steigerung des Muthes auch der Staubwesentlich bei, der die Feinde versteckte. Man konnte ihre Menge nichtschon aus der Ferne sehen. Alle rannten eben auf diejenigen los, dievor ihnen standen, und waren dann im Handgemenge, ohne zuvordurch den Anblick eingeschüchtert worden zu sein.
Die Römer waren überhaupt körperlich so abgehärtet und anStrapazen so sehr gewöhnt, daß man keinen Mann bei ihnen schwitzenoder keuchen sah, obgleich der Zusammenstoß in einer erstickendenSchwüle und in vollem Laufe geschah. Eatulus selbst soll Ließ zurEhre seiner Soldaten in seinem Berichte erzählen.
') SertittS, der „sechste" Monat, weil man in alte» Zeiten den Marz als erstenMonat angenommen hat.