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8 (1865) C. Marius
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die Gefahr, welche vom Westen her über Italien hereinbrach. Eswar ein Augenblick, in welchem Rom das Bedürfnist eines großenFeldherrn empfand und sich nach einem Steuermann Umsehen mußte,durch den es hoffen durfte, dem Ungeheuern Wogendrange dieses Krie-ges zu entrinnen. Niemand duldete mehr, daß Leute aus altadelichengroßen oder begüterten Häusern als Candidaten für die Consulnwürdeauftraten; trotz seiner Abwesenheit wählte man vielmehr den Marius.

Denn kaum war die Nachricht von Jugurtha's Gesangenneh-mung zu Rom eingetroffen, als auch schon die Gerüchte von denCimbern und Teutonen sich verbreiteten, — Gerüchte, die zwar amAnfang hinsichtlich der Menge und Stärke der anrückenden Heerekeinen Glauben fanden, -nachher aber sich als solche erwiesen, die nochunter der Wahrheit znrückblieben. Ihre Zahl belief sich aus 300,000Mann Krieger, welche in Waffen heranzogen. Die Masse von Wei-bern und Kindern, die sie auf ihrer Wanderung mit sich führten,sollte, wie die Sage ging, noch viel bedeutender sein. Sie suchtenein Land, das diese ungeheure Menschenmenge zu ernähren vermöchte,— Städte, worin sie sich für ihre Zukunft niederlassen konnten, wiesie aus früherer Zeit von den Galliern hörten, daß diese den schönstenTheil von Italien den Etruskern abgenommen und besetzt hätten.

Sie selbst waren bei ihrer Abgeschlossenheit nach außen und beider Ausdehnung der Ländermasse, über welche sie heranzogen, eigent-lich unbekannt. Man wußte weder ihre Abstammung, noch ihren Aus-gangspunkt, von welchem aus sie nun über Gallien und Italien, wieeine Wetterwolke, hereinbrachen. Am wahrscheinlichsten rechnete mansie noch zu denjenigen germanischen Stämmen, deren Gebiet sich andas nördliche Weltmeer erstreckte. Man schloß dieß aus der Größeihrer Gestalten, der hellblauen Farbe ihrer Augen, wie aus dem Um-stande, daß „Cimbern" bei den Germanen der Name für Räuber ist*)!Einige behaupten: daß Gallien bei der Tiefe und Größe seines Ge-biets sich von dem „äußeren Meer" (dem atlantischen Ocean) undden Regionen des hohen Nordens in östlicher Richtung gegen denmäolischen Sumpf (das asow'sche Meer) hinziehe und das pontische

') Diese Bedeutung soll das Wort nach FestuS in der gallischen Sprache gehabthaben, im Deutschen kSnnte es s. v. », „Kämpfer" gewesen sein.