stehenden Sohn lebendig in's Meer werfen ließ (worüber in DionsLebensbeschreibung das Genauere erzählt ist).
34. Jetzt zog Timoleon gegen Mamerkus nach Katana. Dieserstellte sich ihm zwar am Flüßchen Abolus in regelrechter Schlachtord-nung entgegen, allein Timoleon besiegte und schlug ihn völlig. Derfeindliche Verlust betrug über zweitausend Mann, wovon ein nicht ge-ringer Theil auf die panischen Hilfstruppen kam, welche von Giskohergeschickt worden waren.
In Folge davon baten ihn jetzt die Karthager um Frieden, derauch wirklich abgeschlossen wurde. Sie sollten das Land bis zum Ly-kus*) behalten; jedoch alle Personen, welche Lust Hütten, sollten vondort nach Syrakus übersiedeln dürfen. Letzteren gaben dabei die Kar-thager ihr Vermögen und ihre Familie frei und kündigten überdies; denTyrannen das Waffenbündniß auf.
Hierüber verlor Mamerkus allen Muth und alle Hoffnung. Zwarwollte er nach Italien segeln, um von dort Lukanier **) gegen Timo-leon und die Syrakusaner herbeizuführen; allein seine Leute kehrtendie Galeeren um, schifften wieder nach Sicilien zurück und übergabenKatana an Timoleon. Hierdurch sah sich Mamerkus genöthigt, auchselbst in Messene bei dem Fürsten dieser Stadt, Hippo, seine Zufluchtzu suchen.
Allein jetzt rückte Timoleon gegen Beide heran und belagerte sieauf der Land- und Secseite. Hippo wollte auf einem Schiff entkommen,wurde aber gefangen und den Messeniern ausgeliefert, die nun, weilsie die Bestrafung eines Tyrannen für das schönste Schauspiel hielten,sogar ihre Kinder ans den Schulen in's Theater führten und ihn da-selbst nach fürchterlichen Martern umbrachten. Mamerkus übergab sichselbst an Timoleon unter der Bedingung, sich zu Syrakus verant-worten zu dürfen, jedoch ohne daß Timoleon sich als Kläger melde. NachSyrakus gebracht, trat er daselbst in der Volksversammlung auf undversuchte es, eine schon längst von ihm vorbereitete Rede zu halten.Allein er stieß auf nichts als Tumult und sah das versammelte Volkunerbittlich. Deßwegen riß er sich plötzlich das Kleid herunter, rannte
*) Lykus, wahrscheinlich das sonst HalykuS genannte Flüßchen.
**) Lukanien, Landschaft in Unter-Italien.