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6 (1880) 1. Lykurg, 2. Solon
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Ncummdzwaiizigstes Kapitel.

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Neuimndzwanzigstes Kapitel.

Die Einwohner Athens zerfielen indessen während SolonsAbwesenheit abermals in Parteien. Bei der „Ebene" stand Lpku'rg,bei der „Küste" Alkmcllons Sohn, Mc'gakles, bei dem „Gebirg"Pisllstratus an der Spitze. Zu dem letzteren Teil gehörte der nie-derste Pöbel, der den größten Haß gegen die Reichen hegte.

Somit standen zwar die Solonischen Gesetze zu Athen noch inAnwendung, aber doch erwartete jedermann eine Revolution undsehnte sich nach einer neuen Feststellung der Verhältnisse. Übrigenshoffte auch jedermann, bei dieser Veränderung nicht sowohl dasGleiche mit anderen, sondern mehr zu bekommen und über dieGegenpartei einen vollständigen Sieg zu erringen.

Bei dieser Lage der Dinge kam jetzt Solon nach Athen zurück.Er empfing zwar von allen Seiten Beweise der Hochachtung undEhrerbietung, indessen besaß er bei seinem hohen Alter nicht mehrdie frühere Fähigkeit und Geneigtheit zum öffentlichen Sprechenoder Handeln. Er stattete daher nur den Häuptern der verschie-denen Parteien privatim seinen Besuch ab, um einen Versuch zuWiederherstellung des Friedens und der Eintracht zu machen.

Pisistratus schien ihm hierbei noch am meisten Gehör zu schen-ken. Denn dieser Mann besaß wirklich im Gespräch etwas Gewin-nendes und Freundliches; er zeigte sich stets geneigt, den Armenzu helfen, und war sogar bei Feindschaften nachgiebig und gemüßigt.Von Eigenschaften aber, welche nicht in seiner Natur lagen, wußteer sich gleichfalls so gut den Schein zu geben, daß man ihm mehrtraute, als anderen, welche diese Eigenschaften wirklich besaßen. Ergalt für einen bedachtsamen, bescheidenen Mann, der eben ganzbesonders die allgemeine Gleichheit lieb hatte und ganz empört sei,wenn jemand an dem Bestehenden rütteln und einen Umsturzwünschen wolle. Hierdurch täuschte er die ineisten. Aber Solonentdeckte bald die Geheimnisse seines Charakters und war der erste,der in seine listigen Anschläge hineinsah. Dennoch haßte er ihnnicht, sondern suchte bloß, ihn zur Mäßigung zu führen und zuwarnen. Deswegen äußerte er gegen ihn selbst, wie gegen andereLeute: „wenn man ihm die Sucht, der erste zu sein, und das mo-narchische Gelüsten aus dem Herzen nehmen konnte: dann gebe es