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7. Pelopidas, obwohl einer der Jüngsten, feuerte nicht nur dieFlüchtlinge einzeln und unter vier Angen an, sondern hielt auch An-sprachen an ihre Gesammtheit. Er stellte es ihnen als Sünde gegenGott und Menschen vor, wenn sie gleichgültig ihre Vaterstadt unterdem Sklavenjoch und in den Händen einer feindlichen Besatzung ließen,während sie nur selbst davonzukommen und ihr eigenes Leben zu fristenwünschten, dabei von den Beschlüssen zu Athen abhingen und demüthigstJedermann zu Hofe reiten müßten, der im Stande sei, öffentlich zusprechen und auf den Pöbel einzuwirken. Rein, sie müßten den Kampfwagen um ihre höchsten Interessen! Sie müßten sich ThraspbnlsMuth und Tapferkeit zum Vorbild nehmen! Wie dieser Mann einstvon Thebä ausgezogen, um die Tyrannen in Athen zu stürzen, ebensomüßten sie nun wieder aus Athen hervortreten, um Thebä zu be-freien!" Diese Worte hatten den gewünschten Erfolg und man schicktenun heimlich nach Thebä an die zurückgebliebenen Freunde, denen mandie gefaßten Beschlüsse meldete.
Letztere waren damit einverstanden. Charon, der hervorragendsteunter ihnen, versprach sein Haus herzugeben, und Phillidas setzte esdurch, daß er bei den damaligen Polemarchen Archias und Philippusder Schriftführer wurde.
Epaminondas aber hatte schon längst die jungen Leute mit Be-geisterung erfüllt. Er forderte sie aus, in den Ringschulen die Lake-dämonier anzupacken und mit ihnen zu ringen. Sah er sie dann überihre überlegene siegreiche Kraft stolz werden, so schalt er sie heftig. „Siesollten sich lieber schämen, (sagte er,) daß sie aus Feigheit Knechte vonMenschen seien, denen sie an körperlicher Stärke so weit vorangingen!"
8. Der Tag zum Handeln war festgesetzt. Die Flüchtlinge hat-ten beschlossen, daß Pherenikus mit der größeren Anzahl, die sich beiihm gesammelt, ans der Thriasischen *) Ebene warten sollte, währendeinige Wenige von den Jüngsten das Wagstück unternehmen würden,in die Stadt vorauszugehen. Sollte diesen etwas Schlimmes von denFeinden begegnen, so würden die Uebrigen insgesammt dafür Sorgetragen, daß es weder ihren Kindern, noch ihren Eltern später an demRöthigen fehlte."
*) Ebene im Norden Attikas, von einer Ortschaft Thria so benannt.