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hinter Rom nicht zurück. Im frohen Selbstgefühl über ihren Reich-thum, den allgemeinen Comfort des Lebens, den kostbaren Luxus allerArt hatte sie schon manchen macker» Kampf um Ruhm und Herrschaftgegen die Römer ausgefochtcn. In der damaligen Zeit freilich hattesie von ihrem Ehrgeize abstchen müssen; denn ihre Kraft war durchmehrere große Schlachten ausgerieben. Dagegen hatte man große,starke Mauern gebaut, wie auch die Stadt mit Waffen und Wurfge-schossen , mit Proviant und Rüstungsgegenständen aller Art auf'sreichlichste versehen. Man konnte also die Belagerung ohne Besorg-niß aushalten.
Diese war zwar langwierig, aber sie brachte auch den Belagerernkein geringeres Maß von Arbeit und Mühseligkeiten. Denn die Rö-mer waren gewöhnt, nur kurze Zeit, mit dem Beginne des Sommers,in's Feld zu ziehen, während sie den Winter daheim zubrachten. Jetztwurden sie zum erstenmal von den Kriegstribunen gezwungen, zunächstBollwerke anzulegeu und das Lager zu befestigen, sodann Sommernnd Winter ununterbrochen in Feindesland zu bleiben, nachdem derKrieg bereits fast volle sieben Jahre gedauert hatte. Die Folge war,daß man vielfach über die Befehlshaber klagte und denselben, weil siedie Belagerung nicht nachdrücklich genug zu betreiben schienen, dasKommando wieder abnahm.
Es wurden andere Männer für den Krieg gewählt, woruntersich auch Camillus befand, der jetzt zum zweitenmal Kriegstribunwurde. Doch konnte er hinsichtlich der Belagerung in dieser Zeitnichts thun, weil ihm das Loos den Kampf gegen die Falerier undCapenaten *) zuwies, die damals wegen der anderweitigen Beschäfti-gung der Römer vielfach im römischen Gebiete hausten und dasselbeim ganzen etrnscischen Krieg belästigt hatten. Sie wurden jetzt vonCamillus gedemüthigt und nach schweren Verlusten, die sie erlitten,hinter ihre Mauern zusammengedrängt.
3. Bald darauf ereignete sich, als der Krieg noch aus seinemHöhepunkte stand, die Geschichte mit dem albanischen See**), — einVorfall, der bei dem Mangel einer gewöhnlichen Ursache und eines
*) Falerii und Capcna, jenes am Tiberflufi gelegen, waren Städte inEtrurien.
**) Von der Stadt Alba longa in Latium so benannt, heutzutage Lago d'Albano.