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der eS mit ansah, den Gedanken nahe, daß sie mir über da§ Schicksaldes Königs jammerten, mährend ihr eigenes Loos sie gleichgültig ließ.Und doch hatte Perseus zu Aemilius geschickt und dringend bitten las-sen, ihn nicht öffentlich anfzusnhrcn, sondern ihm den Triumph zu er-lassen ! Allein Aemilius, der offenbar sich über die Feigheit und Todes-surcht des Königs lustig machen wollte, ließ ihm antworten: „nun —das sei ja schon früher bei ihm gestanden und stehe noch jetzt bei ihm,wenn er nur wolle"! — eine deutliche Hindeutung auf den Tod,der besser sei, als Schande. Aber hiezu konnte sich der Elende nichtentschließen. Er ließ sich von einigen geringen Hoffnungsstrahlenvollends in seiner weichlichen Gesinnung bestärken und ward somit —ein Stück von seiner eigenen Kriegsbeute.
Unmittelbar darauf trug man nun goldene Kränze vorüber, vier-hundert an der Zahl, welche dem Aemilius, als Ehrenzeichen für sei-nen Sieg, von den einzelnen Städten durch Gesandtschaften überschicktworden waren.
Hierauf kam er selbst, auf einem prachtvoll geschmückten Triumph,wagen, — ein Mann, dessen Anblick schon an sich, abgesehen von sei-ner hohen Stellung, lohnend genug war. Ertrug ein golddurchwirktesPnrpurklcid und hielt in der Hand einen Lorbeerzmeig. Solche Lor-becrzweige trug auch das gesammtc Heer, welches eenturien- und cohor-tenwcise dem Triumphwagen seines Feldhcrrn folgte. Dabei wurdenthcils einige altherkömmliche, mit Possen vermischte Verslcin, theilsSiegcsliedcr und Hymnen auf die Heldenthatcn des Aemilius ge-sungen. Letzterer war der Gegenstand der allgemeinen Ausmerksamkcitund wurde von Jedermann glücklich gepriesen, ohne daß ihn irgendein rechtschaffener Mensch beneidet hätte. Aber leider scheint irgendeine höhere Macht die Aufgabe zu haben, jedes große, überschwänglicheGlück zu mäßigen und dem Menschenleben eine gewisse Mischung zuverleih», damit es für Niemand frei und ledig von allem Bei-geschmack des UebelS bleiben kann und vielmehr, nach Homers Aus-druck*), diejenigen „am besten daran sind", bei welchen ihr Schick-sal eine Abwechslung der Verhältnisse nach beiden Richtungen hinenthält.
') Zliaö XXIV. 525 fgg.