Druckschrift 
19 (1867) 1. Fabius Maximus, 2. Paulus Aemilius
Entstehung
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I.^^enn ich um Anderer willen diese Lebensbeschreibungenbegonnen habe, so setze ich dieselben jetzt um meiner selbst willen mitLust und Liebe fort. Die Geschichte erscheint mir als ein Spiegel , dermir dazu dient, mein eigenes Leben schöner zu gestalten und den Tu-genden solcher Männer ähnlich zu machen. Eine derartige Arbeit istnichts anderes, als ein vertrautes Zusammenleben. Durch die Handder Geschichte sührt man Jeden von ihnen wie einen Gastfreund indas Haus, um alsdann seine Größe, seine Trefflichkeit zu betrachten,indem wir die ausgezeichnetsten und merkwürdigsten von seinen Thatsnauswählen.

Nein, nein, es gibt nichts Schönr'es doch in aller Welt,

Das den Charakter auszubildcn mächtiger ist" *).

Demokritus **) sagt irgendwo:man solle beten, damit uns ersreu-liche Bilder entgegentreten, und mehr die verwandten und guten, als disschlimmen und schädlichen aus dem Lustraume zu uns hergelangen". Erbringt hiemit eine Lehre in die Philosophie, die völlig unwahr ist und zugränzenlosem Aberglauben führen muß. Ganz anders verhält sich's mitdem Studium der Geschichte und der Fortsetzung meiner schriftstelleri-schen Arbeit. Hier nehmen wir beständig das Gedächtnis; der trefflich-sten, berühmtesten Männer in die Seele auf, um alles Lasterhafte,Bösartige, Unedle, das etwa durch den unvermeidlichen Umgang mitandern Menschen ihr anklebt, völlig zu verbannen, indem wir alle un-sere Gedanken in leidenschaftloser Ruhe nur auf die erhabensten Vor-

*) Fragment auS einer verlorenen Tragödie des Sophokles.

**) Demokrit auS Nbdera, Philosoph, geb. um 500 v. Ehr., erklärte die An-schauungen aus Bildern, die sich von den Gegenständen trennen und sodann unsereSinnenorgane berühren.