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17 (1866) Romulus und Numa
Entstehung
Seite
69
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Fieberhitze nennt, eben das war Rom. Schon die erste Bereinigungberuhte von Anfang au auf einer gewissen Keckheit und einem mitTodesverachtung verbundenen Muth, indem sich die kühnsten und tapfer-sten Leute von allen Seiten an diesem Punkte znsammendrüngten. Ausden vielen Feldzügen und anhaltenden Kriegen zog es sodann seineNahrung und das Wachsthnm seiner Macht. Wie Bäume, welche manin den Boden seht, durch heftige Erschütterung nur noch fester stehen,so schien auch Rom sich durch alle Gefahren blos zu befestigen. Beieinem so hochfahrenden und verwilderten Volke hielt es denn alsoNuma für seine Aufgabe, die keine kleine oder geringfügige Arbeit er-forderte, dasselbe zu zügeln und zu geordneten Friedenszuständen hin-znleiten.

Destwcgen nahm er die Unterstützung der Götter in Anspruch, in-dem er größtentheils durch Opfer, Processionen und Festaufzüge, welcheer selbst anordnete und einführte, und die neben der Feierlichkeit zu-gleich eine anmuthige Unterhaltung und ein heiteres Vergnügen ge-währten, das Volk zu leiten und dessen stürmische Kriegslust zu zäh-men suchte. Manchmal weissagte er auch furchtbare Ereignisse, die vomHimmel drohten, er redete von abenteuerlichen Geistererscheinungen undvon furchtbaren Stimmen, die sich hören liesien. Ans diese Art bän-digte und demüthigte er den Geist seiner Unterthanen durch den reli-giösen Aberglauben.

Daher entsprang denn auch hauptsächlich aus dieser Quelle die all-gemeine Sage, daß Numa seine Weisheit und Bildung einem früherenUmgänge mit Ppthagoras zu verdanken habe. Wie bei letzterem einHanptstück seiner Philosophie, so bestand bei Numa ein Hanptstück derPolitik in seinen nahen Beziehungen zu der Gottheit und seinein Um-gänge mit ihr.

So soll er auch den äußeren Nimbus und die ganze Gestaltung,worein er sich hüllte, in dem gleichen Gedanken angelegt haben, wiePpthagoras. Letzterer machte, wie man glaubt, einen Adler zahm, sodaß dieser bei einem gewissen Ruf im Fluge anhielt und ans der Höhezu ihm herniedcrfuhr. Auch ließ er zu Olympia eine goldene Hüfte einwenig heranssehen, als er durch die Volksmenge hindurchging. Undso berichtet man von ihm noch andere Kunstgriffe und Handlungen,