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theils die sonstigen Geschäfte zu versehen, und zwar „sechs Stunden derNacht und sechs Stunden des Tags." Denn diese Zciteintheilnng fürTag und Nacht schien sich bei den Regierenden zu einer richtigen Gleich-stellung zu eignen, wie auch dem Volke gegenüber ein solcher beständi-ger Wechsel in der wachthabenden Gewalt jede Mißgunst entfernenkonnte, indem mau an dem gleichen Tage, in der gleichen Nacht dennämlichen Mann aus einem Könige zum schlichten Bürger werden sah.
Diese Art von Negierung nennen die Römer ein Interregnum.
Cap. 3.
Allein wiewohl die Patricier in der genannten Weise ihre Ober-leitung ohne Bedrückung, ja mit Wohlwollen gegen die Bürger zu füh-ren schienen, so verfielen sic doch allmülig in einen beunruhigendenVerdacht. Mau glaubte, daß sie die Verwaltung in eine Oligarchieumzugestalten und den Staat nur in ihrem eigenen Kreise zu gängelnbeabsichtigten, mit Ausschluß jedes ferneren Königthums.
Deßwegen kamen endlich beide Parteien mit einander überein, daßdie eine aus der Mitte der andern einen König ernennen sollte. Dennso konnte man muthmaßlich bei der augenblicklichen Lage noch am ehe-sten die Eifersucht bannen und von dem gewühlten Fürsten eine Billig-keit nach beiden Seiten erwarten, indem er die Einen liebte als seineWähler und gegen die Andern schon wegen der Stammesgleichheitwohlwollend gesinnt war.
Die Sabiner überließen zuerst den Römern die Wahl und letztereentschlossen sich lieber, selbst einen Sabiner zu ernennen, als einen Rö-mer zu stellen, der von der anderen Seite gewählt wurde. Nach einerin ihrer Mitte abgehaltcnen Berathnng ernannten sic ans den Sabinernden Nnma Pompilius, einen Mann, der zwar nicht unter die nachRom Uebergesicdeltcn gehörte, aber wegen seiner trefflichen Eigenschaf-ten so allgemein bekannt und anerkannt war, daß die Sabiner nochfreudiger, als die römischen Wähler selbst, den neuen König annah-men, sobald sein Name genannt wurde.
Man theilte nun dem Volke die gefaßten Beschlüsse mit und schicktesodann, gemeinschaftlich von beiden Seiten, die hervorragendsten Per-