Druckschrift 
17 (1866) Romulus und Numa
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

Rettung diente; hiezu war seine Unschlüssigkeit und Verwirrung allzu-groß. Er wurde also überfallen und ermordet.

Das Meiste der genannten Umstände erzählt auch Fabius undDiokles von Pepareth, welcher zuerst eine Entstehungsgeschichte Romsverfaßt zu haben scheint. Freilich scheint Manchen dabei das Dramatischeund, wie man glauben könnte, künstlich Gemachte verdächtig. Indessenrechtfertigt dies; den Unglauben noch nicht, wenn man sicht, wie dasSchicksal oft wirklich ein Schöpfer von ganz phantastischen Ereignissenist, und wenn man ferner die Geschichte Roms in Erwägung zieht,welches sicherlich keine so hohe Stufe von Macht errungen hätte ohneeinen providentiellcn Ursprung, der nothwendig manches Bedeutendeund Uebcrraschende enthalten mußte.

Cap. 9.

Als Amulius umgebracht und wieder eine feste Ordnung derDinge hergestellt war, wollten die beiden Jünglinge nicht in Alba woh-nen, ohne zu herrschen; aber ebensowenig wollten sie die Herren sein,solange ihr Großvater noch lebte. Sie gaben also diesem vorerst dieRegierung zurück, wie sie auch für die ihrer Mutter gebührende Ehresorgten. Dann aber beschlossen sie, für sich allein zu wohnen, indemsie in den Gegenden, wo sie anfänglich waren auferzogen worden, eineStadt begründeten.

Dieß erscheint von allen Ursachen, die man angibt, die passendstezu sein. Vielleicht war es auch bei der großen Anzahl von Sklavenund Ausreißern, die sich ihnen angeschlossen hatten, durchaus noth-wendig, an einem besonderen Orte zusammen zu wohnen, wenn nichtihre ganze Macht durch die Zerstreuung jener Leute wieder in einNichts sich auflöscn sollte. Denn daß die eigentlichen Einwohner vonAlba keine Vermengung dieser Ausreißer mit ihnen selbst und keineAufnahme in die Bürgerschaft dulden wollten, bewies vor Allem schondie Geschichte des Weibcrraubs, die mau nicht im Uebermuthc wagte,sondern bloß nothgcdrungen, aus Mangel an freiwilligen Eheverbin-dungcn; nachher erwiesen sie ja den geraubten Frauen alle erdenklichenEhren! Ferner, als die Stadt allmälig ihre erste bauliche Anlage