Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
Seite
579
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Ein Brief des Kommandanten Jan Wijnen Bastiaens ec.

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Land, was bis zum 9. Marz dauerte, hielten uns Tag und Nacht durchsieben kleine Fahrzeuge aus der Wasserseitc in Alarm, so das; das Boll-werk durch den Angriff zum grössten Theil dauicderlag, das Geschütz un-brauchbar und eine innerhalb dreier Stunden Passirbar zu machende Breschevorhanden war. Als nun Alles fehlte — es waren nur noch 5 SchußPulver Vvrhanden, und ich wollte durchaus nicht kapitulieren — so ent-schloß ich mich mit der. Garnison von Christen und Mohren nach dem Fest-lande zu entweichen, sofern wir durchbrechen konnten, im andern Falle allesaufs Spiel zu setzen, da bei der Landung der Franzosen Frau, Kinderund alle unnützen Leute mit den Fahrzeugen weggesandt worden und ichnur ein Boot znrückbehalten hatte, in welches wir uns cinschifften undans Festland gelangten. Ich hatte wahrend des Angriffs 1 Todten und5 Verwundete, cs war indessen zum Verbinden nichts da und auch anMedikamenten mangelte es völlig. Wir waren zuletzt nach drei Christenund 30 fechtende Mohren; die Franzosen haben mir nicht einen Mann nochein Fahrzeug genommen, sondern ich bin wohlbehalten bei den früher Weg-geschickten angekommcn. Ich habe alles gethan, was ein Mann vonEhre thnn muß, und hätte mir nicht das Pulver gefehlt, so wäre esihnen wohl etwas theurer zu stehen gekommen. Ich bin am letzten Maibeim Kommandeur Reers in Porten Dirck angelangt, welcher sich dort miteiner Galivte befand, um das Castell zu übernehmen; während sich derselbeaber aus dem Lande aushielt, um eine Loge zu errichten, kam ein Franz-mann mit 3l> Kanonen an, jagte uns von der Sec, nimmt uns am 8. Junimit Gewalt weg und bringt uns mit der Galiote »ach dem Senegal,wo ich am 2. September in Port Louis angekvmmen bin. Da ich nochnicht in Freiheit gesetzt bin, um reisen zu können, so beliebe es Ew. Edelndies Sr. Majestät mitzutheilen und zu versichern, daß ich nach bestemVermögen im Dienste Sr. Majestät das Aenßerstc gethan habe undweder durch Verheißungen nvch Drohungen jemals von meiner Pflichtmich habe abbringen lassen.

Ich werde Euer Edeln bei meiner Rückkehr von allein gehörigRapport erstatten und inzwischen lütten, daß Gott der Allmächtige Euer

Wijneu's an ihn, <1. ä. In't oastool ürZuin 17. 1'sbruar 1720, vorhanden, in welchemihn bittet, dem Könige die Nothlage Arguins vorzustellen (R. 65. 88).

Die Übersetzung in „Brandenburg-Preußen," woselbst der obige Brief bis aufoen Schluß veröffentlicht worden, ist hier, soweit sie richtig erschien, beidehalten. IhrHauptfehler liegt m. E. in der Stelle, au welcher der Verfasser Jan Wijnen versichernläßt, daß er „alles gethan habe, um den gelobten und rreugemeiuteu Eid zu halten."Das Original sagt aber: „en §ssu bstotto otts clrsisMomenten oht llobdo ok oultvu(tosn uwuollotou."

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