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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. B.

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zum Fabrikbetriebe hätte Remscheid zwar die Industrieen er-halten; derselbe wäre aber volkswirtschaftlich kein Vortheilgewesen, weil das vorhandene Capital so gering und so zersplit-tert war, dass es als Betriebscapital im Handel und in der Haus-industrie viel wirksamer war, während selbst bei geringerenLöhnen in der Mark mit ihren wohlfeileren Rohstoffen undLebensmitteln eine sehr gesunde Industrie geschaffen wurde.Seit zwei Jahrhunderten giebt daher das Bergische Land seinegröberen Artikel an das märkische ab; so folgten z. B. ausKronenberg 1 ) den Sensen die Ketten und Sicheln; seit derMitte unseres Jahrhunderts ist die dortige Nägelschmiedereidem Untergange zu und nach Belgien gegangen. In Velbert,wo die Eisenindustrie seit dem Jahre 1680 heimisch wurde,fabricirte man am Ende des XVIII. Jahrhunderts Schlösser,Holzschrauben, Spaten und Schrauben; heute sind alle dieseArtikel nach Kronenberg und in die Mark gegangen; nur fürdie feineren Schlösser hat Velbert seinen Ruhm behalten. Inneuerer Zeit ist diese Entwicklung vorläufig zum Stillstandgebracht dadurch, dass in der Mark eine selbständige Industriemit gleich hohen Anforderungen entstanden ist; nun ist es Zeitfür das bergische Land, zum mechanischen Betriebe überzu-gehen. Angesichts solcher Wanderungen der Industrieen warenmonopolistische Zünfte und feste Preistaxen sehr bedenklicheEinrichtungen. Es erklärt sich daraus das Princip der Ge-werhefreiheit und des Freihandels in Remscheid: Freiheit vonPreis- und Lohntaxen und Freiheit, jeden geschickten unprivi-legirten Arbeiter zu verwenden; Freiheit von Einfuhrzöllen aufEisen und Stahl und Freiheit, die einheimischen Producte zoll-frei ins Ausland zu führen!

II. Die Kaufmannschaft und die Technik.

Der Aufschwung der Industrie ist in den beiden letztenJahrhunderten ein grosser gewesen. Im Jahre 1763 zählte manbereits 300, .1803 600 . verschiedene .Sorten von Stahl- und

Eisenwaaren) welche der Remscheider Industriebezirk pro-ducirte; heute ist ihre Menge zahllos. Ihr Werth betrug inden gleichen Jahren etwa 2 bis 3 Mill. Thaler Bergis ch und3 Mili. Francs, gegenwärtig nach einer niedrigen Schätzung18 Mill., wahrscheinlich wohl 2535 Mill. Mark. Die Zahl

*) Statistische Beschreibung des Kreises Mettmann. Langenberg. 1864.S. 97 ff.