Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
952
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OHA Tausend und eine Nacht.

Als Schehersad, welche während der tausendundeine Nächte dem Könige dreiSöhne geboren, diese Erzählung vollendet hatte, warf sie sich vor dem Sultan niederund sprach:König der Zeit, Herr deines Jahrhunderts, darf ich nun als Lohn fürmeine Erzählungen mir eine Gnade ausbitten?"Wünsche, was du willst, Schehersad,es werde dir gewährt!" antwortete der Sultan. Da rief sie die Ammen und befahlihnen, ihre Kinder herbeizubringen. Die Ammen brachten drei Knaben, von denen dereine schon laufen konnte, der andere kroch und der dritte noch am Busen seiner Ammelag.König der Zeit," sagte Schehersad,hier sind deine Kinder; ich bitte dich, umihretwillen mir das Leben zu schenken, damit die armen Kinder nicht mutterlos werden."Der König, bis zu Thränen gerührt, umarmte seine Kinder und sagte:Bei Gott!Schehersad, ich habe dir schon längst verziehen, denn du bist tugendhaft und rein;Gott segne dich und die Deinigen!" Schehersad küßte dem König die Hand undwünschte ihm noch ein langes, glorreiches Leben. Die Freude verbreitete sich sogleichim ganzen Palaste und bald darauf in der ganzen Stadt. Es war eine äußerst freudigeNacht, lichter als der hellste Tag. Am folgenden Morgen schenkte der König inAnwesenheit aller Truppen seinem Schwiegervater, dem Vizier, ein prachtvolles Ehren-kleid und dankte ihm dafür, daß er ihm seine Tochter zur Frau gegeben, welche ihnvon ferneren Mordthaten abhielt. Er beschenkte dann auch die übrigen Viziere, Emireund Großen des Reichs und ließ die Stadt auf seine Kosten beleuchten, allerlei öffentlicheSpiele und Belustigungen veranstalten und den Armen viele Almosen aus seiner Schatz-kammer austheilen. Er herrschte dann noch viele Jahre in Glück und Freude, bis ihnder Tod überraschte, mit dem alles Irdische endet. Gepriesen sey Der, an dem die ZeitNichts ändert, und Friede sep mit seinem Gesandten Moham m c d, der Zierde aller Sterblichen!