Achthundert und sechsundfünfzigste Macht.
Am folgenden Morgen nahm ich von Mäher Abschied, und setzte meine Reise mitTarads Brüdern nach dem rauchenden Berge fort, wo Turaja noch immer AnansSchloß besetzt hielt. Wir hatten auf der Reise noch manchen harten Kampf mitRäubern und mit Genien,-welche mir die blaue Königin und die Zauberin Djardanachgesandt, zu bestehen, und ohne den Beistand einiger der Königin Turaja ergebenenGeister, welche ebenfalls umherstreiften, um mich aufzusuchen, wäre ich wieder zn Jenenzuriickgebracht worden; aber durch die Gnade Gottes erreichten wir am achten Tage nachunserer Trennung von Mäher die Residenz des Königs Anan. Turaja war außersich vor Freude, als sie mich wiedersah, und auch ich vergaß in ihrer Nähe alle übcr-standcne Gefahr und sank ohnmächtig in ihre Arme. Als ich wieder zu mir kam, sagteMadjad zu Turaja: „Du siehst nun, erhabene Königin, daß weder mein Bruder nochmein Vater deinem Geliebten etwas zu leid gethan, lasse dir nun selbst von ihm erzählen,wie ihn Tarad behandelt und wie so er dir aus so lange entrissen worden, sey danngerecht gegen meinen Vater und gnädig gegen meinen Bruder!" Turaja begab sichmit mir allein in ein Gemach und bat mich nach nochmaliger Umarmung, ihr nichts zuverbergen von Allem, was mir seit unserer Trennung widerfahren.
Nachdem ich ihr mehrere Male alle meine Abenteuer mit Tarad, mit der blauenKönigin und ihren Töchtern, mit Djarda und dem gastfreundlichen Jünglinge wiederholthatte, begab sie sich zu ihrem Vater, dem König Farkad, erzählte ihm Alles wiederund fragte ihn, was er nun über Tarad und Anan verfüge. Farkad ließ sogleichAnan, Tarad und Abu Tawaif rufen, und sagte zu Ersterein: „Da du ganzunschuldig an den Leiden bist, die den armen Ali trafen, so können wir nur bedauern,daß der Leichtsinn deines Sohnes dich in einen für dich so unheilbringenden Krieg stürzte;wir können das Geschehene nicht ändern, aber Alles, was wir dir genommen haben,soll dir wiedergegeben werden; dein Sohn Tarad hingegen, wenn er auch selbst Alinichts zu leid gethan hat, so ist er doch Veranlassung zu allem Unglück gewesen, dasseither diese Länder getroffen, auch hat er seinen, vor euch Allen geschworncn Eidgebrochen, indem er auf die Terrasse des Schlosses meiner Tochter flog und einendarauf sich befindlichen Gast entführte; er kann daher nicht mehr begnadigt, auch deineund Abu Tawaifs Bürgschaft für ihn nicht mehr angenommen werden, er soll alsGefangener in meineHeimath geschickt werden, wo ich ihn übrigens als König behandelnwill; ihm soll auch die blaue Königin mit ihren Töchtern folgen, welche Ali für sichhaben wollten und noch in unsrer Nähe ihn mit ihren Schaaren überfielen." Er suchtedann Turaja zu bewegen, mit ihm in ihre Heimath zu ziehen; aber sie konnte sich