ZfH Achthundert und fünfunddreißrgste Nacht.
Teppich ein Jüngling in golddurchwirkte Seide gekleidet, von einem goldenen, mitVielen Edelsteinen besetzten Gürtel umwunden und mit einem grünen smaragdnen Scepterin der Hand. Verblendet von so vielem Glanze schlug ich verlegen wieder die Augennieder; aber der Jüngling, der dies bemerkte, sagte mir: ,O Zäher, was setzt dich sosehr in Verlegenheit? Wisse, daß wir dich schon zehn Tage auf allen Bergen undMeeren suchen; außer uns segeln noch neun Schiffe deinetwillen umher, alle abgesandtvom mächtigen König Mutaa, Beherrscher der Koralleninsel. Gottlob! daß wir dichgefunden haben, denn der König hat dem, der dich ihm bringt, zehntausend Dinareversprochen/ Höchst erstaunt über diese Worte, sagte ich: ,Jch beschwöre dich bei Gott,sage mir, woher wußtest du, daß ich hierherkommen würde, und wie kennst du meinenNamens Er antwortete mir: ,Wisse, ich bin ein Adjutant des Königs Mutaa undward von ihm nach Syrien gesandt, um dich zu holen. Da hörte ich, du seyest nachBagdad gereist; ich reiste dir nach, vernahm aber, daß du dich nach Indien eingeschifft;später hörte ich, das Schiff, auf dem du dich befandest, sey verunglückt, da berichteteich cs dem König Mutaa, welcher sogleich zehn Schiffe auslaufen ließ, um dichaufzusuchen; auch befahl er den Offizieren, die er mit diesen Schiffen absandte, dichmit besonderer Auszeichnung zu behandeln/ Hier hielt er innc und überreichte mir denseidenen Ueberrock und den goldenen Gürtel, die er am Leibe hatte, ließ mir einTischchen mit verschiedenen Braten, Backwerk und Süßigkeiten vorstellen und lud michein, nach Lust davon zu essen.
„Als ich gegessen hatte, sah ich in der Ferne auf dem Meere ein großes Licht, undals ich den Adjutanten darauf aufmerksam machte, sagte er mir: ,Es ist gewiß dasSchiff des Königs Mutaa, der gemerkt hat, daß wir dich gefunden haben, und dirnun selbst entgegenzieht; darum laß uns schnell auf ihn zusteuern, um ihn nicht längerin Zweifel zu lassen/ In wenigen Augenblicken waren wir in der Nähe des großen,hell beleuchteten Schiffes, auf welchem in der That der König Mutaa saß, der unsfreundlich zulächelte und zurief, wir möchten seinem Schiffe an's Ufer folgen. Hierangelangt, verbeugte ich mich vor ihm und dankte ihm für meine Rettung. Er bewill-kommte mich herzlich, ließ mir ein herrliches Pferd vorführen, und ich ritt an seinerSeite durch die Stadt, deren Bewohner uns freundlich zujubelten, nach dem königlichenSchlosse. Am Vorhofe des Schlosses, als die verschiedenen Adjutanten und das übrigeGefolge des Königs abstiegen, wollte auch ich deßglcichen thun; aber Mutaa gab esnicht zu, sondern ließ mich bis in das Innere des Palastes reiten. Hier sah ich einePracht und Herrlichkeit, die in meiner Heimath nirgends zu sehen ist. Der König