Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
271
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Achthundert und siebente lllacht.

Anwesenden fielen ohnmächtig hin und Einige starben sogar. Dann kam aus der Höhleeine Schlange hervor, größer als ein Elephant, die eine goldene Kufe auf dem Rückenhatte, in welcher eine andere Schlange lag mit einem strahlenden Menschengesichte.Letztere, welche die Schlangcnkönigin war, wendete sich rechts und links um, bis sieHaseb erblickte, und sagte ihm in deutlicher Menschenzunge:Wo ist der Eid, den dumir geschworen? Warum bist du in's Bad gegangen? Doch was bestimmt ist, dasmuß geschehen; Gott hat nun das Ende meines Lebens beschlossen, ich soll sterben undder Sultan Kersedan soll von seiner Krankheit geheilt werden." Bei diesen Wortenweinte sie heftig, und Haseb weinte mit ihr. Der Vizier streckte dann die Hand nachihr aus, um sie zu ergreifen, da sagte sie:Wenn du deine Hand nicht zuriickziehst, duVerruchter, so verwandle ich dich durch einen einzigen Hauch in einen Haufen Fleischund schwarze Asche; komm du, Haseb, lege du mich auf die Platte, die ihr mitgebracht,und trage mich aus deinem Kopfe: es ist von Ewigkeit her geschrieben, daß ich durchdich sterben soll."

Haseb nahm sie und legte sie auf die Platte. Sogleich nahm der Brunnenwieder seine frühere Gestalt an. Als Haseb mit der Schlange auf dem Kopfezur Stadt ging, sagte sie ihm:Höre Haseb, was ich dir sagen will; ich muß dirrathen, obschon du deinen Eid gebrochen, -denn so wollte es die Bestimmung vonje her: Wenn du in das Haus des Viziers kömmst und er dir sagt: schlachte dieSchlangcnkönigin und theile sie in drei Stücke, so thue es nicht, behaupte, du könntestnicht mit Schlachten umgehen, und laß ihn selbst mich schlachten. Sobald er michgeschlachtet und zerschnitten hat, wird ein Bote vom Sultan kommen und den Vizierzu ihm rufen. Er wird vorher mich in einen Topf legen und über das Feuer stellenund dir befehlen, mich am Feuer zu lassen, bis der Schaum aufkocht, diesen Schaumdann in ein Schüsselchen abzuhcben, ihn kalt werden zu lassen und dann zu trinken; aufdiese Weise, wird er sagen, vergehen deine Schmerzen am Leibe. Er wird dich fernerbeauftragen, mich zum zweiten Male an's Feuer zu stellen, bis wieder Schaum aufkocht,und diesen Schaum für ihn stehen zu lassen, damit er von einer Hautkrankheit heile.Thue dies aber nicht, sondern trinke du den zweiten Schaum und bewahre ihm denersten auf, sonst geht es dir schlecht.

Hast du," fuhr die Schlangenkönigin fort,den zweiten Schaum getrunken, sonimm mein Fleisch aus dem Topfe, lege es auf eine kupferne Schüssel und gib demKönig davon zu essen; sobald er es aber im Leibe hat, so bedecke seinen Mund miteinem Tuche. Dann warte bis Mittag, da soll er etwas Wein trinken, und er wird

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