Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
71
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Siebenhundert und fünfzigste Nacht. 71

und fürchtete, du möchtest zu schnell trinken und dir schaden, darum warf ich etwasSpreu hinein." Nuschirwan erstaunte über diese Antwort und erkannte daran ihrenVerstand und ihre Klugheit.

Nuschirwan fragte dann:Wie viele Zuckerrohre hast du ausgeprcßt zu diesemWasser."Ein einziges," antwortete das Mädchen. Nuschirwan erstaunte darüberund ließ sich die Steuerregister dieses Dorfs bringen, und als er sah, daß es eine sehr-geringe Steuer bezahlte, dachte er: Das ist viel zu wenig für einen Ort, der einen soguten Boden hat, daß man aus einem Zuckerrohre einen Becher voll Zuckerwasser machenkann, und beschloß, sobald er nach Hause kommen würde, seine Steuer erhöhen zu lassen.Einige Zeit nachher kam er wieder in dieses Dorf und hielt wieder vor derselben Hütteund bat um Wasser. Das Mädchen erkannte ihn wieder und lief in's Haus, um ihmzu trinken zu holen, aber sie blieb lange weg. Da fragte sie Nuschirwan: warumsie so viele Zeit brauche, sie möchte doch ein wenig eilen. Das Mädchen antwortete:Heute gibt ein Zuckerrohr nicht Saft genug, ich habe schon drei Zuckerrohre ausgepreßt,und noch genügt es nicht."Woher kommt dies?" fragte der König.Daher,"antwortete das Mädchen,weil uns der Sultan nicht mehr so gut ist; denn sobald desSultans Wohlwollen sich von einem Orte abwendet, nimmt auch dessen Segen undGlück ab." Nuschirwan lachte, ließ die Steuer dieses Orts wieder herabsetzen, undwar von dem Geiste und der Beredsamkeit dieses Mädchens so hingerissen» daß er esbeiratbete.

In der nächsten Nacht begann Schehersad wieder mit einer neuen Geschichte: