Druckschrift 
3 (1841)
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

>2 /iinfljitiilU'rt null rille lludjt.

mären bem 3 ?cherrfd)er von gerben eben fo untergeben, wie ein Statthalter feinemgürffeit.

©iitcr biefer 33 ebevvfri>ev, tev feine Negierung mit glcinjenteu (Eroberungen begonnenbatte, berrfebte lange Jahre fo gliicflidi unb fe ungejtört, baß er bei- 3ufrtebenfte affer5 Pionavrf;en war. Nur in einem einzigen fünfte fühlte er ftcb> ungliicflteb: ev warnämlich febon fel?v bejahrt, unb von alten feinen grauen b«bc il?in feine einen ^rinjenunb Nachfolger geboren. Sr ihrer mehr als bunbert, bie fämmtlid; in prächtigenabgefenberten ©entächern ftcb aufbielten, mit Sflavinnen 31t ihrer SBebicnung unbSSerfcbnittenen als 2 Bad;e. Slber fo fel;r er ftd/S angelegen fehlt lieft, ftc jufricben 311fieHett unb ihren SBünfcbett juvor 31t fontmen, fo erfüllte boeb feine feine Hoffnung.Nfan führte t'bm and ben entfernteren Säubern grauen 311 unb er bejablte ftenicht nur fehl' |>otb/ wenn fte ihm gefielen, fonbern überhäufte auib bie SSerfäufermit ®&rcn unb ©efebenfen, um babureb anbere Ijcvbctgufoefen: beim er hoffte

immer, eine von ihnen werbe ihm boeb cnblicb einen Sohn gebären, ©r unterließauch feine guten üBerfe, um ben Fimmel gu erbitten. SDen Sinnen fpenbeteer Sllmofen aus vollen £änben, ben frommen Dvben feiner Neligion machte eranfebnltcbe ©efebenfe unb grünbete neue echt föniglidtc Stiftungen 311 ihren ©unften,nur um bureb ihre ©ebete bie ©rfüKung bes glühcnbften 2 öunf 4 > feiner Seele"ju erlangen.

©ittcS S£agS hielt er nach ber täglid;ett ©ewobnheit feiner föniglicben ©erfahren,wenn fie in ihrer £aubtjlabt weilten, eine ©erfatnmlung ber angefebenften Herren feines£ofs, bei ber ftcb fämmtlidje ©cfanbten unb gretnbe von Nang einfanbenj manunterhielt ftcb nicht von Staatsangelegenheiten, fonbern über ÜBiffenfdjaften, ©efebiebte,Literatur, SDichtfunft uttb anbere ©egenftänbe, welche beit ©eift ju erfrifeben unb 31terquidett vermögen. Sin biefem Stage nun melbctc ihm ein ©erfdtnittener, cd fet; ausfernen Sanbcit ein Kaufmann gefontmen unb bitte um bie. ©rlaubnifj, ihm eine Sflavinvorjuftellen, bie er für ihn mitgebraebt habe.Nlatt laffe ihn eintreten," fagte berÄönig,nach ber ©erfammlung will ich mit ihm fpreeben." 2)er Kaufmann würbeherein unb an einen £>rt geführt, von wo aus er ben König mit Nhtfje feben unbhören fottnte, wie er ftcb mit ben fPcrfonen, bie ihm junäd;ft fianben, vertraulichunterhielt.

£>er König pflegte es fo mit allen gremben 311 halten, bie mit ihm 311 fpred;enhatten: er t^at eS abfidjtlicb, bamit fte ficb an fein Slngcfidjt gewöhnen, unb inbem fiet'bn mit Stübern freunblidj ttnb gütig fpred)en faben, Nfuth unb ©erlrauen faffett