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1 (1838)
Entstehung
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5
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Eingang. 5

noch einmal freundlich zu, und sie stiegen zu ihr herunter. Iezt verlangte sic, daß sicihr Beide zu Willen seyn sollten. Sie antworteten aber:Bei Gott, Herrin! verschoneuns damit, wir fürchten uns zu sehr vor diesem Geiste." Sic sprach jedoch:Ihrmüßt mir gewähren, oder ich schwöre bei dem, der die Himmel gewölbt hat, wenn ihrmeinen Wunsch nicht erfüllet, so wecke ich den Geist, daß er euch tödte. Ihr dürft mirnicht widerstehen!" Da thaten beide Brüder, was sie verlangte. Iezt zog sic einenBeutel aus ihren Gewändern hervor und zählte 98 Siegelringe, und sprach:Wißt ihrwohl, was dies für Ringe sind? Sie kommen von 98 Männern, die mir genügten.Gebt mir also auch die eurigen, so sind es hundert Männer, die mir dazu verhalfcn,diesen häßlichen, abscheulichen Geist zu betrügen, der mich in diesen Kasten eingespcrrt undauf diesem tobenden Meere herumtrcibt und so strenge bewacht, damit ich tugendhaft bleibe undNiemanden außer ihm zu Theil werde. Dieses Scheusal weiß nicht, daß die Bestimmungsich nicht ändern läßt und daß das Wollen der Frauen sich von Niemand abhängig macht."

Als die beiden Könige dies hörten, wunderten sie sich sehr und sagten:Gott! Gott!es gibt keinen Schutz und keine Macht, außer beim erhabenen Gotte! Wir wollen dcßhalbbei Gott gegen die List der Frauen Hilfe suchen, denn sie ist wahrlich zu groß." Hieraufsprach sie zu ihnen:Geht nun eures Weges!" Und als sie hierauf weggegangenwaren, sprach Scheherban zu seinem Bruder:Mein Bruder! sieh, dies Abenteuer istnoch bedeutungsvoller als das unsrigc. Hier ist ein Geist, der sein Mädchen in der Hochzeits-nacht raubte und cs in einen gläsernen Kasten gesperrt hat, der mit vier Schlössern geschloffenist. Er hat ihr das Meer zur Wohnung gegeben, weil er glaubte, sie so der Bestimmungund dem Schicksal zu entreißen, sie aber hat doch, wie wir gesehen, hundertfache Untreuegeübt. Laß uns also jczt getrost in unser Königreich zurückkehren, und den Beschlußfassen, nie mehr zu heirathen; ich will dir schon sagen, wie ich es machen will."

Sie kehrten also wieder um, und gingen bis es Nacht ward; und am dritten Tagekamen sie wieder in ihre Heimath, traten unter die Zelte, sezten sich auf den könig-lichen Thron, und cs kamen die Intendanten, Adjutanten, Fürsten, Gr.oßcn und andreLeute. Sogleich wurde befohlen, in die Stadt zu ziehen. Der König begab sich indas Schloß, ließ den Vesir kommen, und befahl ihm, sogleich seine Gcmalin zutödten. Der Vesir brachte sie um. Alsdann ging der König zu den Sklavinnen, zogsein Schwert, erschlug sie Alle, ließ dann Andere kommen und schwur: daß er jedeNacht eine Andere sich erwählen wolle, die er dann des Morgens hinrichtcn lassenwerde; denn es gäbe auf der ganzen Erde kein tugendhaftes Weib. Schahsemanmachte sich auch sogleich auf, um abzureisen, nachdem ihm sein Bruder das Nöthige zur