192 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VII. Kap. VIII.
Truppen, durch welche der Sultan Adel das ägyptischeHeer zu verstärken beschlossen hatte, nur sehr allmäliganlangten: so beschränkte sich Malck al Kamel vier Mo-nate lang auf jene Maßregeln und unternahm keinenAngriff auf das Lager der Kreuzfahrer. Diese Lage derDinge erweckte in dem ägyptischen Lande große Furcht,und man besorgte selbst zu Kahirah einen Angriff der Kreuz-fahrer. Daher wurde diese Stadt, als ob ihr die Bela-gerung schon bevorstände, mit Mundvorrath eiligst ver-sehen, und die Einwohner übten sich theils freywillig,theils gezwungen in den Waffen, oder rüsteten Kriegeraus an ihrer Statt zur Veriheidigung ihres Landes undihres Glaubens ^).
Die Christen beschlossen, nachdem sie ihr Lager, wieeinst die Belagerer von Ptolemais, mit einem Grabenumgeben und mit einem trefflichen Walle und anderenWerken verschanzt hatten "), zuerst den in der Mitte desFlußes stehenden Thurm zu bcrennen. Diese Unterneh-mung war aber mit nicht geringen Schwierigkeiten ver-bunden; denn jener Thurm war so groß, daß er siebziggewölbte Kammern enthielt, in deren jeder drcy Schieß-
kus bezeichnet diesen Ort, welchenMakrisi eine Mensalcv (b. i. einsOrtschalt) nennt, durch: casalo, 4,10a
27) Makrisi a. a. O. ^bnlkcäao^.IIN. niosl. a. a. O. z,. 364. Ge,schichte der Patriarchen bei) Ilcinanäa. a. O. S. y. 10. Daß Malck al Ka-mel nur über eine geringe Zahl vonTruppen damals verfügen konnte, be-merkt auch Jakob von Witrp (Lp. 11.x. igi). Er meint, wenn die Chri-sten ihre Flotte hätten verlasse» wol-en, so würde es ihnen möglich ge-
wesen seyn, die damals nur von zwcyTausend Beduinen vertheidigte StadtKahirah cvad^lonia) zu überrum-peln , und dort eine beträchtlicheBeute an Lebensmitteln und Kostbar-keiten zu gewinnen.
28 ) „ Oie Franken," sagt Makrisi(p. 12.), „gruben an ihrem Lager ei-nen Graben und errichteten an die-sem Graben eine Mauer (einenWall)." Dgl. über die damalige Art,die Kricgslager zu verschanzen, Gesch.der Krcuzz. Buch V. Kap. 7. S. 270.zog. Beul. II. S. 38.