96 Geschichte der Krenzzüge. Buch VII. Kap. III.
selbst und der bevorstehenden allgemeinen Kirchenversammrlung vorbehielt ^°). Andere machten es dem Legaten zumVorwürfe, daß er sowohl als die übrigen Kreuzprediger,welche mit ihm und unter seiner Leitung in Frankreich um-herzogen, ohne Unterschied Knaben, Weibern und kraftlosenGreisen, Blinden, Tauben, Lahmen und Aussätzigen dasKreuz ertheilten^); obwohl in dieser Beziehung die Kreuz-prediger den Absichten des Papstes gemäß handelten^).Manche Reiche und Mächtige ließen sich aber dadurchabhalten, das Zeichen des Kreuzes zu nehmen; indem siemit Recht der Meinung waren, daß mit Kreuzfahrernvon solcher Art nichts auszurichten wäre^). Der Car-dinal Robert unterbrach aber sehr bald seine Thätigkeitfür das heilige Land, indem er, nach dem glänzendenSiege des Grafen Simon von Montfort über den KönigPeter von Aragonien bey dem Schlosse Murat unfern vonToulouse, den verheerenden Krieg in der Provence zubegünstigen anfing und nicht nur die öffentlichen Ermah-nungen zum Kampfe gegen die Ketzer gestattete und beför-derte, sondern dem siegreichen Heere, welches wider die Al-bigenser stritt, selbst sich anfchloß und die Ermahnung zurAnnahme des Kreuzes wider die Saracenen andern Predi-gern übertrug; obwohl er zuvor in dem Sinne des PapsteS
80) Oer Brief, welche» Jnnocenzin dieser Angelegenheit am 14. Mai1214. an den König von Frankreichschrieb, sicht In ä'Aclicrx Sxieilc-gium (Folioausg.) loin. III- x. 877.lind in Lulrei Ilistorir IIiilversilL-ti« I?Liis. lein. III. x. gz.
gl) 6uilelmus Armorious 1. c. undnach demselben Aideriei Lbroir. »6.2. 1218. x. 437. Die Worte des Al»
berlcuS sind in düd vbro-
niooil Deigiorim ausgenommen (in
ristoiii Serixtoribus rer. vorm, eil,Strirve lNom, III. x, 240.).
82) Vgl. oben S. 88 - DenselbenGrundsatz wiederholt Jnnocenz derDritte in einem Schreibe» an denDechanten von.Speyeraus dem sechS-zehnten Jahre seiner Negierung sytenSept. I3,z. ). Lxisc. Iäb. XVI. log.8 g) 6 uUe 1 m, Arm. und Albertet
kbroir. b o,