izo Geschieh te der Kreuz zöge. Buch II. Kap. XII.
I. ^!>r. dig dem Heere nahe, und fast jeder Versuch der Wallbrüder,ihren quälenden Hunger mit besserer Speise zu stillen, mehrtedie Zahl der Märtyrer. Kein Schritt, der vom großen Heerentfernte, war ohne Gefahr, und der Tod oft dann am näch-sten, wenn die Kreuzfahrer sich sicher und im Besitze des er-strebten Genusses wähnten. Zwey wackern Rittern ausdem Volke des Grafen von Blois, welche in eiligster Fluchtvor den Türken das Heer wiederum zu erreichen suchten,trat plötzlich im Gebirg ein durch das Geschrey und Getüm-mel der Christen und der Ungläubigen aufgeschreckter Hirschin den Weg, und als sie über ihn stürzten, wurden sie vonden nacheilcnden Türken jämmerlich erschlagen. Eines Ta-ges fand ein Haufen von tausend Wallbrüdern in einemengen, von hohen Bergen cingeschlossenen, Thale bey Casta-mone halbreife Gerste, und trocknete am Feuer die Achren,als plötzlich die Türken an beyden Eingängen des Thals einschreckliches Feuer von trocknen Kräutern und Gesträuch an-zündeten , welches bald durch das ganze Thal sich verbreiteteund alle tausend Wallbrüder verzehrte. Eine andre Scharfand in der Einöde bittere Beeren von ihnen bisher unbe-kannter Art, und begierig ihres Genusses waren dieWallbrü-dcr beschäftigt durch Kochen diese Frucht genießbar zu ma-chen, als sie von den Türken überfallen und erschlagen wur-den. Seit diesem Tage wurde beschlossen, daß kein Pilgerferner vom Heere sich trennen und daß das Fußvolk auf demZuge von den Rittern umgeben und cingeschlossen werdensolle.
Am sechsten Tage hernach, eines Freytags, stieg dasHeer endlich von den Gebirgen in ein ebnes Land im altenCappadvcicn und lagerte sich um die neunte Tages-
41) Do» de» abe»dln»dischen Schristslelicrn »ird der Ort nicht ge-