294 Geschichte der Kreuzzüge. Buch I. Kap. XI.
Ä, Knechte verbreiteten sich in die Stadt, und würgten, wensie antraftn, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Dieheilige Stadt war schon mit Leichen angefüllt, als widerden Grafen Raimund, der bey der Burg Zion stand, dieUngläubigen noch immer tapfer stritten, und seinem Bela-gcrungszeuge großen Schaden zufügtcn; denn von denvierzehn Maschinen auf der Mauer waren gegen des Gra->fen Werke neun gerichtet °°). Raimund erfuhr erst durchdas Waffengetöse in der Stadt und durch die Flucht derwider ihn streitenden Ungläubigen von der Mauer, daßder Heiland den andern Fürsten den Sieg verliehen habe.Was weilt ihr jetzt noch länger, rief Raimund den Sei«nigcn, zu, und die begeisterten Provcnzalcn drangen mitLeitern über die Mauern in die Stadt. Dann wardauch das südliche Thor geöffnet, und das vor ihm war-tende Volk drang mit solcher Heftigkeit hinein, daß sechs-zchn Wallbrüdcr im Gedränge umkamcn ^).
Jetzt wurde das Würgen der Ungläubigen in derStadt allgemein. Welche den Schwertern derer unterGottfried, dem Normannen und dem Flandrer, entran-nen, liefen in die Schwerter der Provcnzalcn. In dieverborgensten Winkel, wo die Muselmänner Sicherheitsuchten, drang das spähende Auge der wilden Mörder'.Hätten sie nur mit dem Blute der Ungläubigen dieSchmach des Heilandes und das Blut der vor Jerusa-lem erschlagenen Wallbrüder rächen wollen — aber.viele,nicht zufrieden, das Blut der Ungläubigen fließen zu se-
") Vlberr. Vl, zu besteigen wagte. ^Il>. X,;.
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