204 Geschichte der KreIIzzüge. Buch!. Kap. VIII.
Achtes Kapitel.
2. IOY8. ^ie Leiden der Wallbrüder in Antiochien sind ihren Un-fällen wahrend der Belagerung so ähnlich, daß ihre Er-zählung fast Wiederholung der vorigen zu seyn scheint.Wie sic vorhin den Vorgefundenen größten Ueberfluß nachihrer Ankunft vor der Stadt mit beispiellosem Leichtsinnverschlcmmt hatten, so waren sie eben so wenig sparsammit dem geringer» Vorrath, welcher nach der Einnahme derStadt von ihnen hereingebracht wurde. Ihr Leichtsinn istdesto unbegreiflicher, je gefährlicher ihre Lage war. Siefanden in der eroberten Stadt fast gar keine Lebensmittelund nur vierhundert zum Kriegsdienst ungeübte und durchHunger untaugliche Pferde, denn die Lebensmittel wie diebrauchbaren Pferde waren in die Burg gebracht. Korbogawar schon mit seinem Heere nahe, das stärker und furcht-barer geworden, je näher es den Granzcn des antiochischenLandes gekommen war. Auf der Ebene Dabek bcy Halcbhatten die Fürsten Dokak Thuthufch Sohn von Damaskund sein Athabek und Stiefvater Togthckin, Dfchanaheddaula von Emeffa und viele andere Emirs, mit großenScharen sich zu ihm versammelt, denn alle bot ein Befehldes Sultans zu gemeinschaftlicher Vertheidigung der Reli-gion auf. Die Nachrichten der Schriftsteller von der An-zahl seines Heeres und den Arten des Kriegsvolks, auswelchen es bestand, so übertrieben und unrichtig sie feynmögen, beweisen wenigstens die Furcht der Wallbrüdcr.