158 Geschichte der Kreuzzüge. Buch I. Kap. VI.
2.1097. oft fünfhundert der Wallbrüdcr an Einem Tage das Leben,den andern Kräfte und Muth raubte, und den größten Theilihrer Lafrthicre todtctc, so daß bald ein großer Theil derRitter ohne Pferde war. Hunde, Schafe und Schweinewurden mit Gepäck beladen, und viele Ritter, die zu schwachzum gehen waren, ritten auf Ochsen. Schaudcrvoll sinddie Beschreibungen, welche die Schriftsteller von der Noch,welche sie empfunden, machen, und die besten Belege desEifers und der Beharrlichkeit der Kreuzbrüdcr. Ermattetgelangten sie nach Antiochien in Phrygicn, in ein reizendes,mit Bächen, Viehweiden und Wäldern gesegnetes Land,wo sie der Ruhe zu genießen beschlossen. Graf Raimundwar so schwach, daß er in einer Sänfte getragen werdenmußte, und eines Tages fiel er in solche Entkräftung, daßalle ihn todt glaubten, und der DischofWilhelm vonAurasyihm schon die Sakramente crthcilte. Die größte Verzweif-lung bemächtigte sich aller Gemächer, durch seinen Todglaubte man alles, verloren, Messen und feyerliche Geberewurden gehalten; laute Freude aber äußerte sich bcy allen,da er wieder hergestellt war. Viele starben auch an diesemOrt der Ruhe, weil sie des ungewohnten Ueberflusses zubald und unmäßig genossen.
Untcrdeß das Volk ruhte, zogen zuerst des HerzogsGottfried Bruder Balduin, Peter von Stadeneis, Rainold'von Toul, Balduin von Bourg mit siebenhundert Ritternund zwcytansendcn zu Fuß ^), hernach Tankred, Richardde Principante und Robert von Arsa mit fünfhundert Rit.kern, den übrigen voraus, um das Land auszuforschcn,
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