122 Ges ch i ch tc dcr Kreuzzuge. B » ch I. Kap. IV.
Viertes Kapitel.
I. ioy7. Nocmund, Sohn Herzogs Robert Guischard von Ca-labrien und Apulien von seiner ersten Gemahlin Alberade,hatte mit vieler Mühe ans der Verlasscnscbaft seines Va-ters, welche seine Stiefmutter Sichelgaisa von Salernoihrem leiblichen Sohne Roger Borsat ganz zuzuwendentrachtete, das Fürsicnthum Tarent sich erstritten H. DieGrunzen dieses kleinen Herzogthums waren ihm aber zuenge, und doch durfte er nicht hoffen, sie zu erweitern,weil sein Oheim, der Herzog Roger von Sicilicn, ein zumächtiger Nachbar, er selbst aber zu schwach war, umdie Plane seines Vaters aus die Eroberungen jenseit desadriatischen Meers ohne dessen Unterstützung zu verfolgen.In entfernten Gegenden ein größeres Fürstenthum zu er-obern, dieß gab ihm die einzige Aussicht zur Befriedi-gung seiner Herrschsucht. Dazu bot sich eine erwünschteGelegenheit ihm dar, als Papst Urban die Christenheitzur Wicdcreroberung des heiligen Landes aufforderte.Hier konnte er den Reichthum eines mächtigen Fürstenmit dem Ruhm eines frommen Christen erlangen. Fürst
*) Durch ihres Oheims, Ro-gers II. von Sicilic», Vermitt-lung kam zwischen den beidenBrüdern der Vergleich dahin z»Stande, daß Roger Borsat sei-nem Bruder Bocmund die StädteOtranto, Gallipoii und Tarent
abtrat. Der Vermittler nahmfür seine Mühe von Roger denübrigen Theil Apuliens. Mu-ratori's Geschichte von Ita-lien (deutsche Uebers.) Thl. VI.S. qö8.