Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
813
Einzelbild herunterladen
 

Vierhundert und sechsundstebenzigste Vacht.

>Der Priester Kaab berichtet: Gott habe Moses in der Tora diese Geschichte erzähltund ibm über den Garten Iren,, mit den Pfeilern, Folgendes mitgctheilt: Schaddad!gab hundert seiner stärksten Emire den Befehl, ein weites, ebenes Land aufzusuchen,mit vielem Wasser und gesunder Luft, um dort eine goldene Stadt zu bauen. Die^üre reisten weg, jeder von tausend Mann begleitet, und suchten im Lande Jemen! bis sie an den Berg Aden kamen; da fanden sie ein quellenreiches Land, wie cs derKönig wünschte, in einer sehr gesunden Lage.

! Sobald sie ihm Kunde davon gaben, schickte er Baumeister dahin, ließ eine! viereckige Stadt bauen, die vierzig Pharasangen im Umfange hatte; man legte sehr tiefe! Grundpfeiler, auf denen die Stadt sich bis zum Himmel erheben konnte, man nahm! Steine von Jemen bis zur Oberfläche der Erde, dann gebrauchte man rothe Backsteine! zu den Mauern, die fünfhundert Ellen hoch und zwanzig Ellen breit waren. Schaddad! schickte dann auch nach allen Fundgruben und baute in der Stadt dreihundertauscndSchlösser, jedes ruhte auf tausend Pfeilern von verschiedenem Smaragd und Rubinmit Gold belegt. Er ließ dann Kanäle graben und die Ufer mit Datteln und andernBäumen bepflanzen; hernach wurden Thore an die Stadt gesetzt, jedes hundert Ellen'hoch und zwanzig breit, Alles auf's feinste ausgeschmückt, denn der Bau dauertefünfhundert Jahre. Als die Stadt vollendet dastand, ließ Schaddad von Osten undWesten allerlei Teppiche, Vorhänge und seidene Betten in die Schlösser bringen, auch! allerlei Speisen und Getränke, Früchte und Süßigkeiten, Wachslichter, Weihrauch,Aloe, Ambra und Kampher; dann ließ er zehnhunderttausend schöne und reichgeschmückteMädchen in die Stadt ziehen, mit zahlreichem Gefolge und Dienerschaft. Schaddadbesah dann die Stadt und sie gefiel ihm so gut, daß er sagte:Nun habe ich schon,

!was mir Hud erst nach dem Tode verhieß." Aber kaum hatte er sein Schloß bezogen,

!

fa befahl Gott dem Todesengel, in einem Augenblicke sich grimmig gegen ihn und sein^Volk zu wende»; so wie es im Koran heißt:Und Gott zernichtete das alte Volkflads." Gott verbarg auch die Stadt vor den Augen aller Menschen; doch siebt manin jener Wüste, bei der Nacht, noch Spuren davon. Einst ging einer der Gefährtendes Propheten, sein Name war Abdallah, in jene Gegend, um ein verirrtes KameelM suchen, und er sah die Mauern der Stadt Jrem mit den goldenen Schlössern undPfeilern; er gab Moawiah Kunde davon, dieser ließ Nachsuchungen anstellen, aberman konnte nie etwas finden.

Hierauf erzählte Schehersad Folgendes: