Vierhundert
neunnndfüilfzigste Nacht
Musa ward tief ergriffen und Thränen flössen auf seine Wangen herab; er ließsich dann Dinte geben, schrieb die Tafel ab und ging zur zweiten, welche folgendeInschrift hatte:
„O Mensch! welche Hoffnungen täuschen dich? Was zerstreut dich von demGedanken des Todes? Wisse, daß Niemand in dieser Welt bleibt. Wo sinddenn die Könige, die so viele Länder besessen? Wo sind die, welche in Irakherrschten? Wo ist der Erbauer Jspahans? Wo ist der Herr von Chorasan?
Der Todesbote hat ihnen zugerufen und sie mußten antworten. Der Verkünderder Vergänglichkeit hat sie angesprochen, und sie mußten sich in seinen Willenfügen; ihre festen Schlösser schützten sie nicht, und Alles, was sie gezählt undaufgehäust, konnte das Uebel nicht von ihnen abwendcn.
»Wo find die großen Kaiser und ihre Reiche? Sie haben die Erdeverlassen, als wären sie nie gewesen. Sie haben aus Furcht vor dem Zerstörerder Freuden viele Truppen gesammelt, dann mußten sie doch beschämt vondannen weichen.«