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Vierhundert und achtiindsiinfzigste Nacht.
sich dann noch den Weg nach der kupfernen Stadt und dem Orte, wo die kupferne»Flaschen liegen, näher angeben und zog mit Musa und seinen Begleitern weiter. Nacheiner kurzen Strecke sahen sie etwas Schwarzes in der Ferne, von zwei einander gegenüberlodernden Flammen umgeben. Als Musa fragte, was das wäre? antwortete derAlte: „Freue dich, Fürst! das ist die kupferne Stadt, so ist sie mir in meinemSchatzbuche beschrieben; denn sie ist aus schwarzen Steinen gebaut und hat zwei Schlösseraus spanischem Messing, welche wie zwei Feuer einander gegenüber aussehen." Sie
gingen nun auf die Stadt zu, welche sehr künstlich angelegt und von sehr hohen festen
Mauern mit fünfundzwanzig Thoren umgeben war. Aber diese Thore konnten nur vonInnen geöffnet werden; Musa war daher in der größten Verlegenheit und wußte keinenRath, um in die Stadt zu dringen und ihre Wunder zu sehen. Nach einigem Nachdenkenbefahl er einem feiner Offiziere, um die Stadt herum zu reiten und zu sehe», ob sichnicht ei» zugänglicher Ort finde. Dieser bestieg sein Pferd, nahm Wasser und Lebensmittelmit und nach zwei Tagen hatte er den Kreis um die Stadt vollendet, berichtete aber,sie sey wie aus einem Stücke gegossen, er habe auch keine Oeffnung gefunden, die esmöglich machte, hineinzukommen.
Musa fragte ihn dann, ob er gar nichts von der Stadt gesehen? „Tapferer
Fürst," antwortete der Offizier, „cs müssen Wunderwerke in den Mauern, vor denen
wir hier stehen, verborgen scyu; das Wenige, was ich von Außen sehen konnte, genügtmir, um mir einen hohen Begriff von ihren einstigen Bewohnern zu geben." Musastieg dann mit dem Alten auf den höchsten Berg, der vor der Stadt lag, und von hieraus sahen sie die schönste Stadt vor sich liegen, die man finden konnte; hohe Mauern,feste Schlösser, fließende Bäche, schön angelegte Straßen. Ihr Auge entdeckte aber keinenMenschen, noch ein Hausthier; Nachtculen hausten darin mit andern Vögeln und wildenThieren. Die Mauern beklagten die Bevölkerung, die sie einst umschlossen, und dieSchlösser beweinten die, welche sie gebaut. Musa wunderte sich über den traurigenZustand dieser so großen und so herrlichen Stadt und rief: „Gepriesen sey Gott, derdie Launen des Schicksals nicht zu befürchten hat und den die Zeit nicht ändert." Alssie unter solchen Betrachtungen den Gipfel des Berges erreichten, fanden sie siebenmarmorne Tafeln, auf denen allerlei Ermahnungen in Versen eingegraben waren.Musa bat den Alten, diese Inschriften zu lesen, und dieser näherte sich der ersten Tafelund las folgende Inschrift:
„O Mensch, warum bedenkst du nicht, was vor dir war, was dir Jahre,
Monate und Tage verkünden? Weißt du nicht, daß der Todcskelch dich erwartet