stebeliirndneunzigste Nacht.
Zweihundert
Der König sprach: „Dein Rach ist der beste und deine Rede chut meinemHerzen wohl; doch wo findet sich ein Bote für eine so wichtige Angelegenheit? denndas ist kein geringer König, es ist eine ernste Sache, vor ihm zu erscheinen, und ichmöchte nicht, daß ein Anderer wie du zu ihm ginge, denn du bist alt und erfahren;ich wünsche daher, daß du diese Mühe übernähmest, da du doch in derselben Noth bist,wie ich; reise du zu ihm und suche Hülfe, vielleicht wird sie uns durch dich." DerVezier sagte: „Dein Wille ist mir Gebot! Doch jetzt erhebe dich! besteige deinenThron und versammle die Fürsten, die Großen des Reichs, die Truppen und deinVolk, wie gewöhnlich, vor dir; denn sie sind Alle mit unruhigem Herzen von dirgegangen! ich will aber dann nicht länger zögern, zu dem fremden König zu reisen." DerKönig erhob sich sogleich, setzte sich auf den Thron und der Vezier befahl dem oberstenCeremonienmeister: „Sage den Leuten, sie könnten, wie gewöhnlich, ihre Aufwartungmachen." Da kamen nun die Offiziere der Truppen und die Großen des Reichs; eswurden Tische für sie gedeckt, sie aßen und tranken und verließen, als dieses vorüberwar, den König wieder. Der Vezier entfernte sich dann auch; er ging in sein Hausund machte seine Vorbereitungen zur Reise; dann kehrte er wieder zum König zurück,der ihm seine Schatzkammer öffnen und die kostbarsten Stoffe und andere unschätzbareGegenstände, die weder ein Vezier, noch ein Fürst gehörig zu würdigen im Stande ist,übergeben ließ. Er empfahl ihm dann noch, vor Salomon mit Würde zu erscheinen, ihn