Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Iweihundert und sechsundzwanzigste Nacht.

Schehersad fuhr fort: Der König Schah Sein an wünschte so sehnlich, denPrinzen, seinen Sohn, vermählt zu sehen, daß die Augenblicke eines so langen Aufschubesihm Jahre bäuchten, und nur mit Mühe konnte er sich entschließen, so lange zu warten.Gleichwohl gab er den Gründen seines Großvcziers nach, die er nicht mißbilligenkonnte.

Um in der Zwischenzeit nichts unversucht zu lassen, was ihn seinem Ziele näherführen könnte, zog er auch die Mutter Kamr essamans zu Rath und bat sie, dieGesinnungen desselben auszuforschen und ihm seine falsche und ungerechte Meinung vonden Weibern auszureden. Diese übernahm den Auftrag sehr gern und wandte allemögliche Mittel an, des Prinzen Abneigung zu besiegen. Sie brachte bei jederGelegenheit, die sich ihr darbot, das Gespräch mit ihm auf diesen Punkt; aber erwiderlegte alle Gründe, die sie aufbringen mochte, durch Gegengründe, ans welche sienichis zu antworten wußte, und blieb unerschütterlich.

Das Jahr verfloß, und zum großen Leidwesen des Königs gab der Prinz nichtdas geringste Zeichen von einer Sinnesänderung. Endlich, in einem feierlichenStaatsrathe, wo der Großvezier, die übrigen Veziere, die vornehmsten Beamten unddie Befehlshaber der verschiedenen Heeresabtheilungen versammelt waren, ließ SchahSem an den Prinzen Kamr essaman rufen und sagte zu ihm:Mein Sohn! schonlange habe ich dir mein lebhaftes Verlangen bezeigt, dich vermählt zu sehen, und ich