Zweihundert und achte Nacht. 677
und als sein Blick auf die herrliche Gestalt fiel, war auch sein Schicksal entschieden.DaS Herz eines Jeden von ihnen fiel in das Liebesnetz des Andern. Nureddin trateinige Schritte vor und fragte Anis Aldjalis: „Bist du die Sklavin, die mein Vaterfür mich gekauft hat?" In der Meinung, der Vezier habe seinen Sinn geändert und
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sic, statt, wie er ihr früher gesagt hatte, für den König Muhamed, nun für seinenSohn Nureddin bestimmt, rief die Sklavin, freudig erschrocken: „Bei Gott, meinHerr, ich bin's!" Da stürzte er wonnetrunken auf sie zu, und sie schlang sich fest umseinen Hals und kam ihm mit glühenden Küssen entgegen. Halb zog, halb trug sieNureddin in dieser Umarmung in's Zimmer, und der Vorhang rauschte hinter demPaare zu.
Als die beiden Sklavinnen dies sahen, flohen sie und liefen mit großem Geschreinach dem Bade, wo sie unter Weinen und Jammern ihrer Gebieterin verkündigten,Nureddin sey trotz ihnen in das Zimmer der schönen Perserin gedrungen und habesie mit Gewalt von dem Eingang vertrieben. Um das Aergste, was von seinemleidenschaftlichen Ungestüm zu befürchten scy, zu verhüten, seyen sie eilends hergelaufen,cs ihrer Gebieterin zu melden: denn, kaum scy Anis Aldjalis auf den Lärmen vorden Eingang aus ihrem Gemach getreten, so habe Nureddin sie in seine Armegeschlossen und scy mit ihr hinter dem Vorhang verschwunden.