Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
619
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Hundert und uierundncunzigste Aucht. 010

und sagte:Treffe alle Anstalten an dem Orte, den du angegeben, und bereite Alles vor,wie cs sich für solche Gäste ziemt." Sie nahm dann ei-ncn gefüllten Beutel aus der Tasche,Überreichte ihn dem Juwelier und sprach:Damit schaffest du wohlschmeckende Speisen

und süße Getränke herbei." Dieser betheuerte aber, daß er damit keine Auslagenmachen werde. Das Mädchen nahm den Beutel wieder. Hierauf führte er sic sogleichin sein anderes Haus, wo die Liebenden zusammcnkommcn sollten, damit sic den Ortkenne, an den sie ihre Gebieterin hinzuführen hatte. Nachdem sie weggegangen war,überlegte sich der Juwelier ängstlich, was er vorberciten sollte. Er ließ keinen Stuhlund keinen Tisch, den er nicht herrichtete, und keinen Freund, von dem er sich nicht einGeschenk erbat. Er borgte von ihnen goldenes und silbernes Geschirre, Tapeten, reiche ^Kiffen und anderes Hausgeräthe zur Ausschmückung des Hauses, und kaufte und schaffteAlles an, was er an Eßwaaren, Getränken, Früchten und dergleichen nur immerbedurfte. Als das Mädchen wiederkam und Alles sah, gefiel es ihr außerordentlich.Der Juwelier begab sich, nachdem er alle Anordnungen getroffen hatte, zu Ali.

Ali's Freude, als der Juwelier ihn benachrichtigte, daß er komme, ihn in dasHaus abzuholen, das er zu seinem und Scheins Nnnahars Empfang eingerichtethabe, glich dem ungestümen Meere; sie ließ ihn sogleich alle Sorgen und Leidenvergessen. Er legte ein prächtiges Kleid an, in dem er höchst reizend und liebenswürdig iauösah, ging hierauf mit dem Juwelier ohne Gefolge, der ihn durch mehrere abgelegene !Gassen führte, wo sie Niemand beobachtete, und ihn endlich insgeheim in das Hausbrachte. Sich ehrerbietig vor seinem Gast verneigend, ließ er ihn auf einen Divansitzen, legte ihm das Beste von Allem vor und unterhielt ihn bis zur Ankunft SchemsNnnahars so gut als möglich.

Diese sehnsuchtsvoll Liebende ließ nicht lange auf sich warten; sie kam gleich nach demSonnenuntergang-Gebete, begleitet von ihrer Vertrauten und zwei andern Sklavinnen.Als Ali und Scheins Unnahar sich wicdersahen, war ihr Liebesschmerz so heftig, daßkeines sich dem andern nähern konnte es war eine herzergreifende Scene; der Juweliermußte Ali schnell beistehcn, und das Mädchen mußte Schems Unnahar unterstützen,bis Beide wieder zu sich kamen und neue Kraft sie belebte. Sie unterhielten sicheinander dann mit matter Stimme eine Weile. Sie sagten sich so zärtliche Dinge, !

daß der Juwelier, die Vertraute und die beiden Sklavinnen weinten. Der Juwelierbrachte ihnen hierauf Wein, den sie tranken; dann brachte er. zu essen. Sie brachenBeide in Danksagungen gegen ihn aus. Er fragte sie hierauf, ob sie noch mehr Weinwollten? Als sie seine Frage bejahten, führte er sie in einen andern Saal, wo sic