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Hundert und drriundnrunzrgstr Tlucht.
„Er lacht, wenn er mich weinen sicht; er würde mit mir weinen, wennihm widerfahren wäre, was mir widerfahren. Nur ein Mann, der selbst vielgelitten, bemitleidet die Leiden eines Unglücklichen."
Als der Juwelier diese Verse hörte, gab er sich alle erdenkliche Mühe, Ali vonseiner aufrichtigen Theilnahme an seinen Leiden zu versichern, und bat ihn, in Geduld ^und Ruhe anzuhören, was zwischen ihm und Scheins Unnahar vorgefallen, seit erihn nicht mehr gesehen. Hierauf schwieg Ali und hörte ihn ruhig an. Als er geendethatte, fing Ali heftig zu weinen an und sagte: „Ich gehe gewiß zu Grunde und sinkein's Verderben; o möchte doch Gott meinen fernen Tod beschleunigen, denn schon hatmich die Geduld verlassen, und jede Ueberlegung ist von mir gewichen. Ohne dichwäre ich schon vor Kummer und vor Schmerz gestorben. Nur du stehest mir noch bei,dafür scy Gott gepriesen und gelobt! Hier liege ich nun als dein Gefangenervor dir; ich werde dir in Nichts widersprechen, noch deinem Willen mich widersetzen."Der Juwelier aber erwiderte: „Mein Herr! Ein solches Feuer kann nur durch
Vereinigung gelöscht werden, jedoch an einem Orte, wo keine Gefahr, wo kein Schadenund kein Unglück zu befürchten ist. Den Palast Scheins Unnahars dürft ihr, daes ein sehr gefährlicher Schritt ist, wie ihr aus Erfahrung wißt, nicht mehr betreten.Ich habe also einen sicherer» Ort ausgcwählt. Mein Wunsch ist, euch zu vereinigen:ihr sollt euch sprechen, euren Liebesbund gegenseitig erneuern, und euch einander eurenSchmerz und eure Freude klagen." Als der Juwelier diese Worte aussprach, umarmteihn Ali voller Entzücken und sprach: „Durch dieses hoffnungsvolle Versprechen rettetIhr einen unglücklichen Liebenden vom Tode, dem er sich schon geweiht hatte. Thu' indieser Sache, was du für gut findest!" Der Juwelier blieb dann jene Nacht bei Aliund unterhielt ihn bis zur Morgenröthe.
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