Fünfundneunzigste Nacht. 351
Mit ihm ist auch meine Freude verschwunden; als er mich verließ, fand ichauch keine Ruhe mehr. Die Trennung machte das Blut meiner Augenfließen; viele Thränen vergoß ich bei ihrer Entfernung, wenn ein Tag nurmeine Sehnsucht nach ihnen unbefriedigt blieb, so seufzte ich in meinerErwartung. Im Innersten meines Herzens war nichts, als leidenschaftlicheLiebe und Erinnerung. O ihr, deren Andenken mein schönstes Oberkleid ist,so wie eure Liebe mein schönstes Unterkleid, gibt es kein Lösegcld für denGefangenen eurer Liebe? Gibt cs keinen Verband für den von eurer LiebeZerknirschten? Gibt cs kein Heilmittel für den, der nach eurer Näheschmachtet? Gibt cs keine Aussicht für den, den eure Trennung tödtet? OFreunde, wie lange wird dies noch dauern, wie lange werdet ihr mich nochfliehen?"
LZ
M
„Als sie diese Verse gesprochen und mit ihrem Sohne weinte, trat ihr Vater in'sZimmer und fragte sie um die Ursache ihrer Thränen. Sittulhassan erzählte ihm,was ihrem Sohne in der Schule widerfahren, und er mußte auch weinen, als er an seinenBruder und Neffen dachte. Er ging hierauf zum Sultan, theilte ihm die ganze