Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
284
Einzelbild herunterladen
 

28 -^ I>r e iun-sieben zig ft e Nacht.

aber, wenn du es wünschest, o Fürst der Gläubigen! so befreie ich sie gern; du hastnur zu befehlen." Da antwortete der Chalif:Befreie sie, o Geist! laß uns auch ihremGram ein Ende machen; es bleibt dann nur noch diese geschlagene Frau hier die einzigeLeidende, die vielleicht der erhabene Gott auch noch rechtfertigen mag, indem er michvon der Wahrheit überzeugt." Da sprach wieder der Geist:O Fürst der Gläubigen!ich befreie diese hier, und zeige dir auch den, der diese Frau so mißhandelt hat; er istdir sehr nahe verwandt."

Die Schlange nahm dann eine Schale, sagte etwas, das Niemand verstand,besprizte die zwei Schwestern mit Wasser, und sie waren frei und nahmen ihre frühereGestalt wieder an. Dann sprach der Geist:Dein Sohn Amin ist's, der sie sogeschlagen, der Bruder des Mamun; er hatte von ihrer Schönheit und Liebenswür-digkeit gehört, und List gegen sie angewandt, doch hat er sie gesetzmäßig geheirathet;auch hat er sie nicht mit Unrecht geschlagen, denn er hat sie einen hohen Eid schwörenlassen, daß sie keine Untreue begehen wolle; sie hat den Eid gebrochen, er wollte siemit dem Tode bestrafen, fürchtete aber Gott, züchtigte sic lieber auf diese Weiseund ließ sie dann in ihr Haus führen. Dies ist die Geschichte der Zweiten, Gott aberist allweise."

Als der Chalif diese Worte des Geistes hörte, verwunderte er sich sehr, undsprach:Gelobt sey der erhabene Gott, der mich dazu bestimmt hat, die zwei

Mädchen von ihrem Zauber und ihrer Pein zu befreien, und auch die Geschichtedieser Frau zu vernehmen; bei Gott, ich will so handeln, daß man es nach miraufzeichnen wird!"

Er ließ dann sogleich seinen Sohn Amin kommen, und fragte ihn nachAllem, wie es in der Wahrheit vorgefallen; er ließ dann den Kadi, die Zeugen, diedrei Kalender, das geschlagene Mädchen und die Wirthschafterin kommen; als Allezugegen waren, verheirathete er die drei Schwestern, die zwei verzauberten und die andere,mit den drei Kalendern, den Prinzen, und machte sie zu hohen Beamten an seinemHofe, bestimmte ihnen Gehalte, schenkte ihnen Pferde und Schlösser in Bagdad und wassie sonst bedurften, und machte sie zu seiner auscrwählten Gesellschaft. Er verheirathetedann das geschlagene Mädchen wieder mit seinem Sohne Amin, erneuerte den Ehe-Contrakt, schenkte ihr viele Güter und ließ ihr Haus wieder schöner aufbauen, als es