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„Eines Tages," fuhr der zweite Kalender zu erzählen fort, „ging der Neider vor!seinem Beneideten vorüber, der von den Vesiren, Fürsten und Großen des Reichs um-geben war. Als dieser den Neider erblickte, wandte er sich zu einem seiner Vestre undsagte ihm: „Bringe mir diesen Mann herbei, doch erschrecke ihn nicht!" Der Vesirging fort, um den Neider, seinen ehemaligen Nachbar, zu bringen; da sagte derSultan: „Gebt ihm 1000 Pfund aus meiner Schatzkammer, packt ihm 20 LadungenMaaren zusammen, und gebt ihm eine Wache, die ihn in seine Heimat zurückführe."Dann entließ er ihn und Jener entfernte sich, ohne daß der Sultan ihn für das, waser gethan, bestraft hätte. Sieh also, o Geist, wie der Beneidete seinem Neider ver-ziehen, der ihn zuerst beneidet, dann ihm Gewalt angethan, dann ihm nachgereist, biser ihn eingeholt, dann in der Absicht ihn zu tödten, ihn in den Brunnen geworfen hatte;er hat ihn für all dieses Unrecht nicht bestraft, sondern ihm verziehen. Hierauf weinteich heftig vor dem Geist und sprach folgende Verse:
„Schenke mir meine Schuld, die Machthaber begnadigen ja selbst Ver-brecher, und sollte ich auch alle Verbrechen verübt haben, so übe dn dieschöne Großmuth nach alle» Seiten. Wer Verzeihung wünscht von dem, derüber ihm steht, der erlasse die Schuld dem, der unter ihm steht. "
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