§ 12. Hülfswissenschaften.
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Privatreehts 127 , des neuesten Rechts von Montenegro 128 und desgeltenden russischen Rechts 129 Auskunft.
§ 12. Hülfswissenschaften.
I. Geschichtswissenschaften. Das unentbehrlichste Hülfs-mittel für das wissenschaftliche Verständnifs des deutschen Privat-rechts ist die deutsche Rechtsgeschichte 1 . Da aber die Rechtsgeschichtenur ein vom Ganzen abhängiger Theil der Geschichte ist, erscheintüberhaupt die gesannnte deutsche Geschichte, politische wie Kultur-geschichte, als Hülfsmittel des deutschen Privatrechts 2 . Gleichzeitigrücken die Hülfswissenschaften der Geschichte, wie namentlich Quellen-kunde, Diplomatik und Chronologie, in die Reihe dieser Hülfsmittelein 3 . Von besonderer Wichtigkeit für die Benützung der älterenQuellen ist die Kenntnifs der Sprache, in der diese Quellen ab-gefafst sind + .
II. Rechtswissenschaften. Wegen des innigen Zusammen-hanges zwischen allen Theilen des Rechtssystems sind für die Privat-rechtswissenschaft alle anderen Zweige der Rechtswissenschaft uner-läfsliche Hülfsmittel. Das deutsche Privatrecht berührt sich besonders
1,21 .1. von Jung, Darstellung des Ungarischen Privatrechtes, 2 Bde., 2. AuH.Wien 1827. — Ueber das deutsche Hecht in Siebenbürgen F. Schüler v. Libloy,Das Privatreeht der Siebenbürger Deutschen (Sachsen) im systematischen Grundrifs,Hermannstadt 1858.
128 Iv. Dickel, Ueber das neue bürgerliche Gesetzbuch von Montenegro u. s. w.,Marburg 1889.
129 C. E. Leuthold, Russische Rechtskunde, Leipzig 1889.
1 Jetzt vorzüglich R. Scliroeder, Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte,2. Auf!., Leipzig 1894, u. II. Brunner, Deutsche Rechtsgeschichte, Bd. I, Leipzig1887, II, 1892. Weitere Littcratur hei Schroeder § 2, Brunner § 5.
2 Litteraturangaben bei Kraut, Grundr. § 30. Besonders wichtig ist dieWirthschaftsgeschichte; vgl. K. Th. v. 1 nama-Sternegg, Deutsche Wirthschafts-geschiehte, Rd. I u. II, Leipzig 1879 und 1891; Iv. Lampreeht, DeutschesWirthschaftsleben im Mittelalter, 4 Bde., Leipzig 1886.
3 Angaben darüber bei Schroeder § 2 IV, Kraut § 30. Zur Diplomatikjetzt vorzüglich II. Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland undItalien, Bd. I, Leipzig 1889.
4 Für das mittelalterliche Latein ist das wichtigste Hülfsmittel C. D. du Gange,Glossarium mediae et infimae Latinitatis, ed. G. A. L. Henschel, 7 Voh, Paris1840—1850; ed. nova a L. Favre, Paris 1882 ff. — Für das ältere Deutsch istnoch immer werthvoll Ch. G. Ilaltaus, Glossarium Germanicum medii aevi,Lipsiae 1758. Ueber andere Hülfsmittel Kraut § 31 S. 82; Brunner I § 4,S. 11—12.