Der dreissigjähri'gc Krieg.
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beschäftigen. Dieser that das und blieb dann mit etwaviertausend Mann bei der steinaucr Brücke in den dasigenSchanzen stehen. Plötzlich wendete sich Waldstcin von Arnimab, nahm Goldberg ein, das er, ohne Rücksicht auf seinehier verlebten Schuljahre, grausam plünderte, und schickte denGeneral Schaffgotsch über die Oder, um Thums Truppendort anzugreifen. Die Reiterei der Verbündeten ergriff so-gleich die Flucht, so tapfer sich auch der brandenburgischeOberst Burgsdorf benahm, und flüchtete über die Brücke, lt. Oct.Nun erschien Waldstein aus dieser Seite mit ganzer Macht,schloß Thum völlig ein und nöthigte ihn sich zu ergeben ').
Gegen den Vertrag zwang er dann dem gefangenen Thumund dem Obersten Teufel Befehle an die Cvmmandanten dervon den Verbündeten besetzten Festungen ab, diese zu über-geben.
Die Commandanten, besonders die von Brieg und demDome zu Breslau, nahmen die vom Grasen Schaffgotsch ih-nen übergebenen Befehle ihrer gefangenen Obersten nicht an.
Der von Ohlau ergab sich, und die Stadt wurde von denKaiserlichen nun dermaßen geplündert und die Pest wütheteso stark, daß nur zwanzig Bürger in ihr blieben und alleMitglieder des Magistrats ausser dem Stadtschrcibcr starben^).Schaffgotsch bedrohete Breslau, zeigte Briefe von den Gene-ralen Jllo und Tcrzky vor, daß zwischen Waldstein und denKurfürsten von Sachsen und Brandenburg der Friede ver-handelt werde, ferner ein eigenhändiges Schreiben Wald-stcins, der ihm befahl, wenn sich die Bösewichtcr in Breslauwidersetztcn, sofort die Stadt cinzunehmen und den Rath undden Spndicus aushängcn zu lassen, die Bürger aber zu be-gnadigen. Schaffgotsch versprach Erhaltung aller Privilegien;doch traueten die Breslauer auch ihrem evangelischen Land-stand.e nicht. Um indeß Etwas für den Kaiser zu thun, be-schlossen sie parteilos zu bleiben, den Schweden aus dem
1) Thurns Bericht und Bertheidigung über die steinauer Ange-legenheit. Gedruckt Frankfurt am Main 1634.
2) Zimmermanns Beschreibung Schlesiens. Band I. Stück 3.
S. 20.