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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Übersicht.

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Jahre hindurch arbeiten, sparen, der leichtesten Bequemlichkei-ten entbehren, und an einem hohen Tage, bei der Hochzeit,der Kindtaufe, ja beim Begräbnisse der nächsten Verwandteneine Pracht und Verschwendung zeigen, welche an das Unglaub-liche grenzt, aber von uns nicht als Maßstab des täglichenLebens genommen werden darf. Es ist ferner nicht aus denAugen zu lassen, daß der Glanz des wirklich großen Reich-thums Einzelner in den Städten nur zu oft das Elend derzahlreichen Menge verdeckte, welche bittere Noth litt; daß be-sonders aber der nur zu oft schutzlose Bauer, der bei denStänden nicht vertreten wurde, eine immer traurigere Stel-lung erhielt und, dem Drucke der Steuern, der Willkür undPlünderung des Adels bei der mangelhaften Gerichtsverfas-sung und häufigen Schwäche der Fürsten preisgegeben, ge-wöhnlich als der arme Mann hinlänglich bezeichnet wurde.Daher eben fast überall noch im Leben eine große Unsittlich-keit und eine so furchtbare Anzahl der rohesten Verbrechen je-der, auch der unnatürlichsten Art und der grausamsten blutig-sten Bestrafungen, daß man darüber im Vergleiche mit derneueren Zeit billig erschrickt. In Breslau wurden in demZeiträume von fünfzig Jahren (14561505) dreihundertund zwanzig Verbrecher, also jährlich mehr als sechs, meistcn-theils gehenkt und geköpft, auch verbrannt, gerädert, lebendiggeviertheilt, ersäuft, lebendig begraben. Kirchendiebstahl warsehr häufig. Frauenhäuser, überall in den größeren Städtenin bestimmten Straßen, nicht nur geduldet, sondern in Bres-lau hielten diese Dirnen sogar öffentliche Wettläufe nach vomStadtrathe ausgesetzten Preisen ').

Vor allen andern Völkern zeichneten sich die Deutschenüberhaupt aus im Saufen oder im Vulletrinkcn; je mehr ei-ner das pflegt, sagt der Pommer Kantzow ^), desto angeneh-mer ist er bei den Leuten gewesen. Daher mancherlei Artund grobe Bußen des Vulletrinkens, als, ein Kleeblättlcin, Vas

1) Dieses und vieles Andere aus dem Stadt-Archive von Breslauverdanke ich den handschriftlichen Mittheilungen des höchst gefälligenHerrn Professors Reiche.

2) Pomcrania Bd. II. S. 123.