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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Brandenburg unter Kurfürst Friedrich II. 195

Die Verhältnisse Böhmens, Polens und Ungarns wur-den nämlich, besonders durch den frühen Tod des KönigsWladsslaus, verändert, der gegen die Türken in der Schlachtbei Varna erlag. Die Ungarn wählten nun auch den un-1444mündigen Ladislaus zum Könige, den tapfcrn Johann vonHunjad zum Verweser des Reichs und überzogen den KaiserFriedrich mit Krieg, als er ihnen den jungen König nichtausliefern wollte, während sie selbst zugleich von den Türkenbedrängt wurden. Die Polen waren für den Großhcrzog Ka-simir von Litthaucn, den Bruder des Königs Wladislaus; dochsahen die Litthaucr cs ungern, wenn dieser die polnische Kroneannähme, sodaß Kasimir dadurch halb gezwungen wurde sieauszuschlagen, ohne doch seine Begierde nach ihr verhehlen zukönnen. Nun stimmten auf dem Reichstage zu Petrikau viele 1446der vornehmsten Polen, besonders die Bischöfe, für den Kur-fürsten Friedrich von Brandenburg, dem früher schon der Thronzugedacht gewesen, der im Lande erzogen worden, in der Nach-barschaft desselben mächtig und in jeder Hinsicht geeignet seiden Glanz des Reichs und die innere Ordnung wieder herzu-stellen. Doch siegte des zahlreichen Adels Haß gegen Auslän-der und Herzog Boleslaus von Masovien wurde gewählt, imFalle sich'Kasimir durchaus weigern würde die Krone anzu-nehmen. Ein weniger besonnener Mann als Friedrich hättevielleicht die Gelegenheit zu benützen gesucht, sich mit Hülfeder starken Partei, welche er in Polen hatte, des Reichs zubemächtigen. Er aber übersah die gewisse Gefahr und dasZweifelhafte eines günstigen Erfolgs, wenn er Etwas gegenKasimirs Willen unternehmen würde. Daher ricth er diesemsich den Wünschen der Polen zu fügen, in der gewissen Aus-^ sicht, wenn der Großfürst nicht nachgäbe, würde er selbst mitdessen Hülfe den polnischen Thron gegen Boleslaus von Ma-sovien behaupten können. In der Absicht, sich für diesen Fallanderweitige Unterstützung zu verschaffen, trat Friedrich II. vondem so eben mit den übrigen Kurfürsten (1446) geschlossenenVereine gegen die Eingriffe der Päpste in die Rechte der deut-schen Kirche ab und wendete sich auf die Seite Papst Eu-

preusstschcn Staats von Lanci zolle gründliche Nachricht, soweit dasaus gedruckten Quellen möglich ist.

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