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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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Die Hohcnzollcrn in d. Mark Brandenburg. 169

Landgrafen Friedrich von Thüringen geliehene große Büchse,, welche vierundzwanzigpfündigc Kugeln schoß und wegen ih-rer Schwere von den Vorspann-Bauern die faule Grete ge-nannt wurde, legte die vierzehn Fuß starken und bisher fürunzerstörbar gehaltenen Mauern von Fricsack und Plaue nic-i der. Dietrich von Quitzow flüchtete, wurde später als Mord-brenner der Stadt Nauen für vogelfrei erklärt und kam elendum. Hans wurde auf der Flucht gefangen, Wichard vonRochow ergab sich, als er Plane nicht mehr halten konnte,erschien mit den Seinigen, die Männer Stricke um die Hälsegebunden, die Frauenzimmer in weisscn leinenen Bußklcidcrn,vor dem Statthalter; Alle sielen ihm zu Füßen und erhielten! Gnade. Seine Güter verlor Wichard und erhielt nur Gol-^ zow, sein väterliches Schloß, zurück. So wurde denn Fried-i rieh als Statthalter überall anerkannt. Seine letzten Gründe,die Kanonenschüsse, wirkten am besten bei denen, für welchedie ersten verschwendet worden waren; aber diese hatten dieMasse gewonnen, und ohne sie hatte er kaum wagen dürfenzu den letzten zu schreiten.

War König Sigismund schon vor seiner römischen-nigswahl oft in Geldverlegenheiten gewesen, so war er csnoch weit mehr nachher, wegen seiner erfolglosen Kriege mitVenedig und Mailand und der fast ebenso vergeblichen Be-mühungen, die Kirchenspaltung, wie er versprochen hatte, zubeenden. Diese war es vorzüglich, welche Deutschland in ih-ren Folgen bewegte und vielfachen Einfluß auf die Entwicke-lung der Verhältnisse unserer Länder hatte. Die Kostenwelche Sigismund aufwendete um eine Kirchcnversammlungzu bewirken, veranlassten zunächst die völlige Verpfandung,dann die gänzliche Abtretung der Mark an den BurggrafenFriedrich von Nürnberg; die durch Hinrichtung des unglück-lichen Huß entstandenen Unruhen führten zur Verheerung al-ler Grenzlander Böhmens, hinderten den Kaiser dem Orden, -Hülfe gegen Polen zu leisten, der bald völlig erlag, uyd berei-teten die Reformation vor, welche hundert Jahre spater cintrat.

Das Schicksal, das alle menschliche Einrichtungen, wiewir schon bei andern Gelegenheiten bemerkt haben, noth-wendig trifft, daß sie veralten, daß die reinen Ideen und