Mark Brandenburg unter den Luxemburgern. 157
grafen Gunst zu behaupten und die vornehmsten Stellen amHofe zu erhalten, weil sie bereit waren ihren Raub mit ihmzu thcilen und ihm Geld vorzuschicssen, dessen er bedurfte.Dafür verpfändete er ihnen Rathenow und verkaufte ihnen Frie-sack, während sic sich Saarmunds und Köpniks schon früherbemächtigt hatten. Ebenso kam durch Verpfändung an denGans von Putlitz Lenzen, an Wichard von Rochow Potsdam,an die von Arnim Angcrmünde, Binscnthal und Liebcnwalde,viele andere Güter und Einkünfte an die von Torgow, Kru-menfee an den Johanniter-Orden. Zur Einlösung der Pfand-schaften bewilligten die Stände der Marken eine Bede, doch 1409nahm Jost das Geld mit sich und verpfändete weiter fort waser konnte. Der Herzog Swantibor von Pommern-Stettin,den er zum obersten Verweser der Mark bestellte, getrauetesich vor den Quitzows kaum in das Land zu kommen; KasparGans von Putlitz, der Hauptmann der Altmark und Priegm'tz,war mit diesen freundlich verbunden und eben so gewaltthätigund räuberisch wie sie. Die gröbsten Ungerechtigkeiten erlaubtesich Jeder, am mehrstcn die welche die Macht dazu hatten.
Nun entsagten die Quitzows sogar dem Kurfürsten Rudolf vonSachsen und plünderten mit ihren Genossen die Grenze. Ver-geblich erbot sich der Kurfürst gegen den Statthalter, den Adelund die Städte der Marken zum rechtlichen Austrage seinerStreitigkeiten mit den Quitzows. Niemand wagte Etwas ge-gen diese zu unternehmen. Mehr als vicrundzwanzig Burgenim Lande gehörten den mächtigen Räubern und hielten dieStädte in Furcht. Selbst die Geistlichkeit wurde von ihnennicht eben geschont und muffte sich manche Erpressung gefallenlassen. Es kam so weit, daß selbst die Bewohner der benach-barten Länder, des Erzstifts Magdeburg und Anhalt, sich zueiner jährlichen Abgabe von jedem Stücke Vieh an die Quit-zows verstanden, um nur Frieden zu behalten und Plünde-rungen abzukaufen. So schwelgten die Quitzows mit ihremAnhänge in Pracht und Frieden mit silbernen Gürteln undgoldenen Ketten, während das Land verarmte und Bauern undBürger in Noth und Elend waren.
Wie konnte aber Markgraf Jost seine Unterthanen sovergessen und sie der Räuberei der Quitzows, der Putlitze und